Motorräder

Motorradfahrer retten die Gastronomie – auf Kosten ganzer Ortschaften...

Peter Doerr (Bad Säckingen)

Von Peter Doerr (Bad Säckingen)

Di, 16. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Diese Jeder-gegen-jeden-Mentalität ist unerträglich", Zuschrift von Siegfried Saier (Forum, 12. Juni)
Gut, dass die BZ auch solche Meinungen veröffentlicht. Ich dachte, in Breitnau herrsche noch gesunder Menschenverstand. Leider weit gefehlt! Der Vergleich mit den Kampfjets ist völlig absurd. Schließlich starteten die Piloten nicht aus Jux und Tollerei ihre Flugzeuge. Aufgrund von erheblichen Widerständen fliegen die auch nicht mehr. Die Menschen haben sich schon gewehrt. Entgegen der Aussage von Herrn Saier. Mit Erfolg.

Die weiteren Gründe der Auflösung von Bremgarten muss man nicht kommentieren. Liebe Leute, bedankt euch bei den Motorradfahrern. Die retten, wie Herr Saier meint, die Gastronomie. Auf Kosten ganzer Ortschaften (Todtmoos, Kürnberg zum Beispiel), die völlig genervt und hilflos den Lärm und Gestank Wochenende für Wochenende und auch an normalen Werktagen ertragen müssen. Die Aussage "von der Politik an die Wand gefahrene Gastronomie" hinkt.

Schließlich haben gesunde und wettbewerbsfähige Gastrobetriebe nicht unwesentliche Unterstützung vom Staat erhalten. Soweit die Anträge realistisch und belegbar ausgefüllt und beantragt wurden. Sorry, aber meiner Meinung nach findet eine natürliche Säuberung durch diese Corona-Krise statt. Wie würden Sie, Herr Saier, diesen gestressten Leuten in Todtmoos und anderen Ortschaften gegenüber diesen donnernden, stinkenden und schließlich gesundheitsgefährdenden Motorradlärm vernünftig argumentieren? Und das in einer Zeit, in der Klimaschutz und Schonung der Umwelt absolute Priorität haben sollten.

Noch ein Beispiel zum Schluss. War vor einigen Wochen mit meiner Freundin mit dem Fahrrad unterwegs. Auf dem Weg von Schopfheim nach Wehr fuhr ein Motorradfahrer abgebremst dicht neben mich, um dann brutal Gas zu geben. Meine Freundin, die hinter mir fuhr, verfolgte das Szenario mit Schrecken. Mir blieb der Atem weg. Klar, es gibt überall schwarze Schafe. Auch bei Fahrradfahren, Wanderern et cetera, bei Motorradfahren aber schaltet das Gehirn oft aus, sobald diese sich hinter ihrem Helm, Visier et cetera verstecken können. Da ist die Politik dringend gefragt. Nicht erst morgen oder 2021. Setzt diesem irrsinnigen Treiben ein Ende! Peter Doerr, Bad Säckingen