Ökologie oder Ökonomie?

Warum der Streit um den Müllheimer Eichwald so erbittert geführt wird

Alexander Huber und Wulf Rüskamp

Von Alexander Huber & Wulf Rüskamp

Di, 19. Februar 2019 um 15:33 Uhr

Müllheim

BZ-Plus Forstleute haben im Müllheimer Stadtwald Buchen und alte Eichen gefällt – das empört eine Bürgerinitiative, deren Mitglieder mitunter von Kahlschlag sprechen. Aber was heißt das eigentlich?

Was heißt Kahlschlag? Unten in Müllheim sprechen manche recht schnell davon. Doch oben im insgesamt 400 Hektar großen städtischen Eichwald ist an diesem kalten Februartag von einem Kahlschlag wenig zu sehen – vielleicht, weil ja auch alle Bäume ohne Laub sind.

Hubert Kohler führt aber zu einer Stelle, wo im Umkreis von gut 50 Metern nahezu alle großen Bäume gefällt wurden. Stattliche Eichen und Buchen, manche mit einem Durchmesser von mehr als einem halben Meter, wie die Stümpfe verraten. Aus dichtem Wald ist hier eine Lichtung geworden, auf der sich freilich der Baumnachwuchs schon in kleinen Sprösslingen ankündigt. "Und das ist erst der Einschlag von zwei Jahren. So soll es noch acht Jahre weitergehen", sagt Kohler.

Also doch Kahlschlag?
Kohler engagiert sich in der Bürgerinitiative, die sich der "Rettung" des Müllheimer Eichwalds verschrieben hat; eines Waldes, der, wie der Name schon sagt, vorrangig aus Eichen besteht und damit eine Sonderstellung am südlichen Oberrhein einnimmt.

Offenbar findet die Initiative mit ihrer Forderung, die Fällarbeiten im Wald sofort einzustellen, das Ohr vieler Müllheimer. Erst Mitte Januar gegründet, hat sie, wie die Sprecherin Kathryn Babeck berichtet, bereits rund 2000 Unterschriften gesammelt. Die 50 Aktiven seien selbst erstaunt über die große, rasche Resonanz und die Sympathie, die ihrem Protest in der Bürgerschaft entgegengebracht wird. "Und ...

BZ-Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 5 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 5 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ