Gedenken auf dem Parkplatz

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Sa, 08. November 2014

Müllheim

Die große Synagoge von Müllheim würde heute wohl nicht mehr abgerissen werden.

MÜLLHEIM. Das Ziel des Schweigemarschs, mit dem der Markgräfler Friedensrat am morgigen Sonntag an die ermordeten Müllheimer Juden erinnert, ist ein Parkplatz an der mittleren Hauptstraße. Hier stand bis 1968 der eindrucksvolle, 15 Meter hohe Bau der Synagoge. Diese hatte von 1852 bis zu ihrer Schändung durch die Nazis 1938 der jüdischen Gemeinde als Versammlungsort und Bethaus gedient. Heute herrscht Konsens darüber, dass man die Synagoge nie hätte abreißen dürfen.

RESTE UND FOTOS
In einer Ecke des Parkplatzes erinnert ein 1973 errichteter Gedenkstein an das Gebäude. "Dem Gedenken ihrer jüdischen Mitbürger, deren Gotteshaus an dieser Stelle stand. Die Bürger der Stadt Müllheim", heißt die Inschrift. Dass sie nicht hätte abgerissen werden dürfen, das wurde in der jüngsten Ratssitzung deutlich, als über einen Antrag der SPD-Fraktion beraten wurde, der sich für ein Engagement der Stadt beim Gedenktag des 9. November stark machte. Deshalb legt auch Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich am Sonntag gegen 18 Uhr einen Kranz nieder.

Was weiß man heute noch von der Synagoge? Es sind nur wenige Reste, die an verschiedenen Orten in Müllheim erhalten sind, im Markgräfler Museum, auf dem jüdischen Friedhof im Nussbaumboden und einige Sandsteinquader, die am Gedenkstein als niedrige Mauer aufgesetzt wurden. Was die Stadt mit dem Abbruch des Gebäudes verloren hat, zeigen zahlreiche Fotos, darunter eine großformatige ...

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