Geldautomat

Tatverdächtige nach versuchter Automatensprengung in Müllheim festgenommen

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Do, 19. September 2019 um 15:44 Uhr

Müllheim

Mitte August versuchten Täter einen Geldautomaten in einem Müllheimer Supermarkt zu sprengen. Jetzt bestätigt die Polizei, dass sie damals zwei Tatverdächtige festgenommen hat.

Mitte August musste die Feuerwehr gegen vier Uhr wegen Gasalarms im Hieber Supermarkt in Müllheim ausrücken. Bald kursierten Gerüchte, dass Unbekannte versucht hätten, den Geldautomaten der Volksbank im Vorraum des Supermarkts zu sprengen. Volksbank und Hieber bestätigten das auf Anfrage der BZ, die Polizei äußerte sich nicht.

Nun gibt sie bekannt: Die zwei Täter, 27 und 29 Jahre alt aus den Niederlanden, wurden in dieser Nacht festgenommen. Das erklärte das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart auf Anfrage der BZ. Einen Zusammenhang zu anderen ähnlichen Fällen wollte das LKA nicht bestätigen.

"Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermitteln seit Oktober 2018 gegen eine niederländische Tätergruppierung, die im Verdacht steht, bundesweit Geldausgabeautomaten zu sprengen, um Bargeld zu erbeuten", heißt es in einer Pressemitteilung des LKA. In der Nacht zum 15. August habe man die Täter in Müllheim auf frischer Tat ertappt. "Die Ermittler wussten, dass ein Geldautomat gesprengt werden soll", erklärte ein Sprecher des LKA gegenüber der BZ.

Täter versuchten Gas in Automaten zu leiten

Die Täter seien laut LKA in den Supermarkt eingebrochen und hätten dort Vorbereitungen getroffen, um den Geldausgabeautomaten zu sprengen. Es waren bereits Schläuche an den Geldautomaten angeschlossen worden, um so Gas einzuleiten. Unmittelbar vor der Sprengung wurden die Täter festgenommen.

Da unklar war, ob vor dem Zugriff der Polizei schon Gas aufgedreht worden war, sei die Feuerwehr hinzugerufen worden. Tatsächlich stellte der Messtrupp der Feuerwehr Müllheim einen erhöhten Kohlendioxidwert fest und belüftete den Markt, wie die Feuerwehr damals berichtete. Explosionsgefahr bestand nicht.

Die Täter nutzten laut Pressemitteilung einen Mietwagen mit gestohlenen Kennzeichen aus dem Raum Freiburg.

Die Wohnungen der Tatverdächtigen in den Niederlanden wurden durchsucht. Die Tatverdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Es sei davon auszugehen, dass noch es noch weitere Mitglieder der Tätergruppierung gibt.