Schöne neue Gewohnheiten

MÜNSTERECK: Gekommen, um zu bleiben

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Sa, 21. März 2020

Kolumnen (Sonstige)

Auch wenn der neue Alltag uns allen noch schwer fällt, wir uns merkwürdig distanziert gegenüberstehen, wenn wir uns zufällig auf der Straße treffen, an Abstand halten werden wir uns gewöhnen müssen. Hoffentlich nur für begrenzte Zeit. Es gibt aber auch Dinge, die dürfen bleiben. Dass in der Politik momentan nicht mehr gestritten wird, sich auch der Freiburger Gemeinderat nach den von OB Horn verhängten Ausgangsbeschränkungen in seltener Einmütigkeit zeigt, gehört nicht dazu. Das ist momentan richtig, wäre auf Dauer aber langweilig. Die vielen schnell ins Leben gerufenen Hilfsinitiativen und ein freundlicherer Umgang können aber gerne zur Gewohnheit werden. Als die Geschäfte in der Innenstadt noch geöffnet waren, gab es häufig einen netten Plausch an der Kasse und verabschiedet wurde man grundsätzlich mit "Bleiben Sie gesund!" Es gibt Kundinnen, die sich im Supermarkt bei der Kassiererin für ihre Arbeit bedanken. In vielen Wohnhäusern hängen Zettel, auf denen Hilfe beim Einkaufen angeboten werden. Die Kommunikation hat sich intensiviert. Und so häufig wie in den vergangenen zwei Wochen haben sicherlich einige nicht mit ihren Familien und Freunden telefoniert. Auch da ist ein "Bleib gesund!" oft zur ritualisierten Verabschiedungsformel geworden.