Laternenkleinstumzüge

MÜNSTERECK: St. Martin im Corona-Format

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 11. November 2020

Kolumnen (Sonstige)

"Ich geh’ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Corona haben wir nicht so gerne, drum bleiben wir lieber hier." Vielleicht müsste so die holprige 2020er-Pandemie-Version der ersten Strophe des beliebten Laternenliedes lauten. Im vergangenen Jahr noch sind Kinder und Eltern wie immer am Martinstag oder in den Tagen drumherum durch Stadt und Stadtteile gezogen. Aber dieses Jahr ist nichts mit Laternenumzug, bei dem sich Menschen aus geschätzt 93 Haushalten treffen. Dabei mag die Laterne mit Stab ein guter Abstandhalter sein, und auch wenn Sankt Martin zum Mantelteilen vorreitet, könnte er dank Pferd mit Abstand passieren. Aber klar, es wäre einfach zu gefährlich – zumal die ganze fröhliche Rabimmel-Rabammel-Singerei ein wahres Fest für Aerosole würde. Das lässt sich alles nachvollziehen. Trotzdem haben die Kinder in der Kita wieder ihre Laternen gebastelt und mit einem flackernden LED-Teelichtchen bestückt. Als corona-konforme Lösung bietet sich da nur ein Privatlaternenumzug im Miniaturformat. Je zwei Geschwisterkinder, zwei Elternpaare aus zwei Haushalten, mit Laternen, Masken und Abstand drehen eine kleine Runde. Um dem Gesang ein bisschen mehr Durchschlagskraft zu verleihen, ließe sich über den Smartphone-Lautsprecher die Martinslieder-Playlist abspielen. Ist doch besser als nix.