Murger Katholiken machen Anregungen für gelebten Glauben vor Ort

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Mi, 22. Januar 2020

Murg

Gut besuchte Pfarrversammlung in St. Magnus / Gläubige sehen Änderungen im kirchlichen und gemeinschaftlichen Zusammenleben als sehr wichtig an.

MURG. Mit zeitweise mehr als 50 katholischen Kirchenbesuchern fand am Sonntag eine Pfarrversammlung in St. Magnus statt. Als Teil der Seelsorgeeinheit Bad Säckingen-Murg stellen sich die Murger Katholiken den Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Das vom Pfarrteam St. Magnus ausgearbeitet Konzept einer Bestandserhebung hinterfragte die Realität und spannte dazu nun die Kirchengemeinde in Murg mit ein. Zwischen Überraschendem und Bestätigung rangierten die Ergebnisse.

Ob Priestermangel, Ordinierung von Frauen oder der Zölibat Auswirkungen auf die Murger Katholiken hat, war nicht Inhalt der Pfarrversammlung. Konkrete Themen vor Ort standen klar im Mittelpunkt. Georg Möller stellte nach dem Morgenlob mit Pastoralreferentin Gabriele Trapp den Ablauf der Versammlung vor: gemeinsames Frühstück, Vorstellung des Erarbeiteten, Kritik sowie Unterstützung der Jahresplanung und abschließend zwei Runden der direkten Diskussion. "Wo stehen wir als Gemeinschaft und mit welcher Zuversicht beschreiten wir neue Wege" war der Grundtenor der Versammlung, wie Daria Möller vom Gemeindeteam vorgab. Sowohl im kirchlichen als auch gemeinschaftlichen Zusammenleben vor Ort werden Änderungen als nötig angesehen.

Die Realität stand am Sonntag im Mittelpunkt. Als passender Ort waren im hinteren Teil von St. Magnus die Kirchenbänke beiseite geschoben und eine gemütliche Frühstückstafel vorbereitet worden. Kooperator Martin Metzler und Pastoralreferentin Trapp waren gespannt, hielten sich aber ganz bewusst aus der agilen Pfarrversammlung heraus. "Die Kirche hat immer Änderungen erfahren", sagte Metzler in seiner zurückhaltenden Art.

Drei Glockenschläge kündigten die Pfarrversammlung an. "Wo bewegen wir uns" – und die Mitglieder des Gemeindeteams teilten grüne und rote Punkte an die Gläubigen aus. An fünf Stellwänden waren Plakate vorbereitet. Traditionen im Kirchenjahr, Glaubensgespräche, besondere Gottesdienste, Gebäudekonzepte und Sorge für die Nächsten sind als Leitthemen vorgeschlagen worden. Gleichzeitig waren die Überlegungen des Gemeindeteams bereits aufgeschrieben. Mit relativ klaren Voten waren die Plakate rasch versehen. Normale Gottesdienste in Murg stärken, kam zur Sprache – Wortgottesdienste und Morgenlobe werden zwar besucht, ein ritueller Gottesdienst bleibe aber weiterhin der Wunsch. Verstärkt wieder mehr Kinderkirche anbieten wurde klar befürwortet. Ganz der Realität entsprechend werden die Fronleichnam-Prozessionen als aus der Zeit gefallen angesehen. Eine Sanierung der Kirche wird befürwortet, ein Abriss klar abgelehnt. Eine Auseinandersetzung mit den aktuellen kirchlichen Themen wird durchgehend begrüßt.

Das Gemeindeteam fasste gestärkt die Meinungsäußerungen zusammen. Lebendige Kirche müsse auch Lachen und Gespräche zulassen; gar eine Diskussion zur Predigt war mehrheitlich angeregt. Ganz praktisch werden mehr Kirchenkaffees befürwortet, was durchaus auch in einer vielfältigeren Nutzung des Kirchengebäudes münden könnte.

Ganz theologisch kam dabei das Schlussmotto der Gemeinde zustande: "Entfalten von Herzleidenschaften und Charismen" und zeigte auf, wie lebendig die vielen Engagierten in der Murger Gemeinde weiterhin sind.