Nach 326 Tagen entmachtet

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Fr, 21. Februar 2020

Dachsberg

Bürgermeister Stephan Büchler muss den Rathausschlüssel an die Dachsberger Dachse abgeben.

DACHSBERG. Bei seinem ersten Rathaussturm nach 326 Amtstagen genoss Bürgermeister Stephan Bücheler bei den Dachsen noch Welpenschutz. Deshalb unterzogen sie ihn einem Test, bei dem er sich bewähren durfte, bevor er den Rathausschlüssel abgeben musste. Die Abordnung der Frauengemeinschaften ging mit dem Dachsberger Amtsinhaber da schon etwas weniger zimperlich um.

Nachdem Bücheler von den Dachsen mit einem umgebundenen Strick aus seiner Amtsstube geholt und in dieser prekären Lage von der Guggenmusik im Ratssaal lautstark begrüßt worden war, musste er zunächst sein Talent als Teamplayer unter Beweis stellen. Rücken an Rücken mit einem seiner Angestellten zusammengebunden, wobei er sich Markus Schlegel aussuchte, mussten diverse Gegenstände von ihm geworfen und über Kopf von seinem Mitspieler aufgefangen werden. Danach testete der Zunftmeister der Dachse das Wissen des Bürgermeisters.

Beispielsweise fragte er nach dem Gründungsdatum der Dachse, dem 21. März 1985. Am Ende sollte Bücheler seine Führungskompetenz unter Beweis stellen, indem er aufgefordert wurde, die Node Nueli zu dirigieren. Da er diese letzte Prüfung erwartungsgemäß (die Guggenmusik war zuvor bestochen worden) nicht bestand, musste er den Schlüssel abgeben, bekam aber eine Tube Uhu geschenkt, um ihn im Anschluss an die närrische Zeit noch möglichst lang auf seinem Sessel festzuhalten.

Die Frauen attestierten ihrem Bürgermeister eine beachtliche Jugendlichkeit, verglichen ihn indes mit benachbarten Amtsinhabern und kamen zu dem Schluss: Die Konkurrenz schläft nicht – weshalb sie ihn einer ausgedehnten Wellnesskur unterzogen mit bunten Strähnchen im Haar, Nagellack, Gesichtsmaske und Rasur der Beinhaare. Bücheler revanchierte sich bei jeder der Frauen mit einer Umarmung, bei der er jeweils versuchte, die Creme in seinem Gesicht zumindest teilweise wieder los zu werden.