Flutwelle angekündigt

Nach Erdbeben warnen japanische Behörden vor einem Tsunami

afp

Von afp

Di, 18. Juni 2019 um 16:38 Uhr

Panorama

Nach einem Beben der Stärke 6,8 haben die japanischen Behörden eine Tsunami-Warnung für den Nordwesten des Inselstaates ausgegeben.

Die Meteorologiebehörde des Landes teilte am Dienstag mit, es sei mit einer ein Meter hohen Flutwelle nördlich von Tokio zu rechnen. Das Beben hatte sich demnach vor der Küste der Präfektur Yamagata ereignet.

Vorsichtshalber wurde der Schnellzugverkehr in der betroffenen Region umgehend gestoppt, wie der öffentlich-rechtliche Sender NHK berichtete. In rund 200 Haushalten fiel demnach der Strom aus. In Atomkraftwerken rund um das Erdbebengebiet wurden dem Bericht zufolge keine Auffälligkeiten registriert.

Im Juni vergangenen Jahres waren durch ein Erdbeben in der Region Osaka fünf Menschen ums Leben gekommen und mehr als 350 weitere verletzt worden. Im März 2011 hatte in Japan ein Erdbeben der Stärke 9,0 einen zerstörerischen Tsunami ausgelöst; mehr als 18.000 Menschen kamen damals ums Leben.

Die Katastrophe beschädigte das Atomkraftwerk Fukushima so schwer, dass es in einigen Reaktorblöcken zur Kernschmelze kam und die Umgebung der Anlage radioaktiv verstrahlt wurde. Es war der weltweit schwerste Atomunfall seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinander stoßen. In diesem Gebiet kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.