Nachholbedarf am Grenzadler

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Fr, 24. September 2021

Skilanglauf

Schwarzwälder Langläufer bei der zentralen Leistungskontrolle in Oberhof mit Licht und Schatten.

. Mit drei Podestplätzen, etlichen weiteren Top-Ten-Ergebnissen und neuen Erkenntnissen kehrte der Langlauf-Nachwuchs der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) von der "ZLK" in Oberhof zurück. Die traditionelle zentrale Leistungskontrolle im Herbst zählt gleichzeitig zur Deutschlandpokal-Serie. Für den neuen Landestrainer Marc Steur war es die erste Gelegenheit, seine neuen Athleten und Athletinnen im Wettkampf zu erleben.

Die Bilanz des Nachfolgers von Dieter Notz fällt "grundsätzlich positiv" aus. Die "sehr motivierte junge Truppe" stimmt den 38-jährigen Allgäuer, der am Skiinternat Furtwangen (Skif) weiterhin von den Trainerkollegen Oliver Dorer, Walter Kuß und Sarah Waidelich unterstützt wird, zuversichtlich. Dabei sah Steur auch Nachholbedarf, vor allem im Crosslauf. Auf der Standardstrecke am Grenzadler fanden sich die jungen Schwarzwälder und Schwaben oft mit großen Rückständen in der zweiten Hälfte des Teilnehmerfeldes wieder.

Paul Tritschler von der Ski-Zunft Breitnau überraschte allerdings als Zweiter der jüngsten Altersklasse U 16: Mit seiner Zeit von 18:01,1 Minuten über fünf Kilometer lag er 40,9 Sekunden hinter dem sächsischen Sieger. Emil Schmidt (SV Kirchzarten) behauptete sich als Zwölfter in der ersten Hälfte. In der U 18 platzierte sich Urs Müller (SC St. Peter) nach 7,5 Kilometern als Zehnter. Luis Braun (WSG Schluchsee/17.), Jakob Horlacher (SV Kirchzarten/18.) und Jakob Kuß (SZ Brend/23.) reihten sich im Mittelfeld ein. Dort landeten auch in der U 20 der Junioren als jeweils 13. Milena Maier (WSG Feldberg/21:52,1 Minuten) über fünf Kilometer und der am Skif trainierende Leopold Hensler (SC Langenordnach/ 39:16,6) über die doppelte Distanz sowie Maiers jüngere Schwester Leonie (21:38,2) als 22. der weiblichen U 18.

Landestrainer Steur lobt die Feldbergerin Leonie Maier

In der weiblichen U 16 behauptete sich Cosima Günther (SZ Bernau/ 22:43,1) als beste SVS-Starterin auf Rang elf, Lotta Schelb (WSG Schluchsee/23:23,1) wurde als 17. notiert. Eine "absolut tolle Leistung" (Steur) lieferte Eva Dorer von der SZ Brend im Skiroller-Wettkampf ab. Die Nachwuchsklassen trugen ihr Freistilrennen bei Nebel und zwölf Plusgraden auf dem Rollerbahnareal am Rennsteig aus. Über 6,4 Kilometer der weiblichen U 16 gewann Eva Dorer in 18:16,9 Minuten mit 2,6 Sekunden Vorsprung vor einer Bayerin. 22,7 Sekunden hinter Dorer wurde Lotta Schelb Sechste. Die Schwäbin Daria Klaiber (SC Enzklösterle), Neunte wie am Vortag, komplettierte das SBW-Trio in den Top Ten, was Steur als "gute Teamleistung" würdigte. Die zeigten in der U 18 über 9,6 Kilometer auch die Zweitplatzierte Klara Ohngemach (SZ Calmbach), Lena Mettang (WSV Mehrstetten/Vierte) und Leonie Maier als Zehnte der 43 Starterinnen. Die Feldbergerin, die dem jüngeren Jahrgang 2005 der U 18 angehört, "hat ihre Aufgabe gut gelöst", lobte der neue Landestrainer. Das Potenzial der deutschen Schülermeisterin von 2020 kennt auch der Deutsche Skiverband (DSV), der Leonie Maier zum Trainingskurs des Nachwuchskaders NK 2 (früher D/C-Kader) im Oktober am Notschrei "selektioniert" hat, wie Steur berichtet.

In der männlichen U 16 über 9,6 Kilometer landeten Leo Hautau (SC Hinterzarten/15.) und Paul Tritschler (17.) im Mittelfeld. Die männliche U 18 war über 12,8 Kilometer gefordert. Der Kirchzartener Jakob Horlacher wurde Fünfter, Kolb Zehnter, gefolgt von Luca Wehrle (SC Hinterzarten/13.), Luis Braun (16.) und Jakob Kuß (19.). Junior Matteo Lewe (SV Kirchzarten) musste nach seinem ersten Rennen wegen Halsschmerzen auf weitere Starts verzichten. Im gemeinsamen Sprint der Männer und U 20 in der Skihalle Oberhof war er nach Rang 19 im Prolog 24. geworden. A-Kader-Athlet Janosch Brugger (WSG Schluchsee) beendete den Sprint auf Rang vier. Im Crosslauf über zehn Kilometer wurde der 24-jährige Lenzkircher 1:02,9 Minuten hinter dem Bayern Lucas Bögl (32:15,4) und seinen schwäbischen SBW-Kollegen Florian Notz (Zweiter) und Friedrich Moch (Dritter) Fünfter. Beim abschließenden Rennsteig-Rollskilauf über 17 Kilometer von Gräfenroda nach Oberhof in der klassischen Technik sicherte sich Brugger nach 48:50,1 Minuten den dritten Platz, 1:10,7 Minuten hinter Sieger Thomas Bing.

Marc Steur, der vor seinem Wechsel zu den SBW 13 Jahre lang in der Schweiz Langläufer wie Nadine Fähndrich im Nachwuchsbereich trainierte, zieht nach der ZLK ein "gemischtes Resümee". Defizite erkannte er vor allem "zu Fuß" in den Bereichen Kondition und Kraft. Technisch sei ein Großteil auf einem guten Niveau. Und falls die jungen Langläufer und -läuferinnen ihre Leistungen auf Rollski auf die Ski übertragen können, gebe das im Winter "Grund zu Freude".