Nach uns die Sintflut

Jürgen Gottschlich

Von Jürgen Gottschlich

Mo, 16. März 2009

Ausland

Die Türkei, Gastgeberin der Wasserkonferenz, und ihre Sünden

"Es ist so falsch, was sie gemacht haben, es ist eine solche Schande." Hamza Yazgan hat Tränen in den Augen und er ballt die Fäuste. Es geht um seinen Heimatort Halfeti. Vor sieben Jahren war das, als das Wasser des neuen Stausees kam und sich die Hälfte des Städtchens nahm. Wer den Ort von früher nicht kennt, glaubt sich in eine Idylle versetzt. Schöne alte Häuser ziehen sich den Hang hoch und unten schimmert des türkisfarbene Wasser des Euphrat. Motorboote warten auf Gäste für eine Rundfahrt, und die Teegärten stellen ihre Tische hinaus in die Frühlingssonne.

Doch schon der zweite Blick ist merkwürdig. Viele der schönen alten Steinhäuser sind verlassen und zeigen deutliche Spuren der Verwahrlosung. Auch die Gässchen sind verödet, nur wenige Kinder spielen auf der Straße. Erst recht nicht geheuer wird es am Seeufer. Überall stehen Schilder mit der Aufschrift "Schwimmen verboten". Und als man plötzlich zehn Meter vom Ufer die Spitze eines Minaretts aus dem Wasser ragen sieht, versteht man, warum der See für Schwimmer schnell zur Falle werden kann: Allzu leicht könnten sie sich an den Hausdächern und Baumkronen des ...

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