Oxfam rügt Ausbeutung von Frauen

afp

Von afp

Mo, 20. Januar 2020

Ausland

Weltwirtschaftsgipfel beginnt.

BERLIN (AFP). Frauen und Mädchen weltweit leisten laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam pro Tag mehr als zwölf Milliarden Stunden unbezahlte Haus-, Pflege- oder Fürsorgearbeit. Dies entspreche einem Gegenwert von mehr als elf Billionen Dollar (10 000 Milliarden Euro) jährlich, wenn für diese Arbeitsstunden der Mindestlohn bezahlt würde, erklärt Oxfam in einer am Montag im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgelegten Studie. Oxfam fordert als Konsequenz mehr Investitionen in Kinderbetreuung und Pflegeeinrichtungen.

Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Hausarbeiten seien für das Wohlergehen von Gesellschaften und das Funktionieren der Wirtschaft unerlässlich, argumentiert Oxfam. Gleichzeitig seien sie für Frauen häufig eine Armutsfalle. Die ungleiche Verteilung der Pflege- und Fürsorgearbeit schaffe und verschärfe soziale Ungleichheit.

Die Organisation fordert massive Investitionen in öffentliche Infrastruktur, um Frauen und Mädchen von unbezahlter Pflege- und Fürsorgearbeit zu entlasten. In armen Ländern etwa könnten Wasserleitungen und regenerative Energien den Zeitaufwand für die Versorgung mit Wasser und Brennstoff verringern. Der Weltwirtschaftsgipfel findet dieses Jahr zum 50. Mal statt.