Ukraine-Krise

Russischer Soziologe Levinson im BZ-Interview

Dietmar Ostermann

Von Dietmar Ostermann

Sa, 23. August 2014

Ausland

BZ-GESPRÄCH mit dem russischen Soziologen Alexej Levinson über die Sehnsucht im Kremlreich nach einem Großmachtstatus.

Mit ihrem Besuch in Kiew am Samstag sendet Kanzlerin Angela Merkel auch ein Signal an Kremlchef Wladimir Putin. Kritik und Sanktionen des Westens aber werden in Russland nicht zu einem Umdenken führen, glaubt der russische Soziologe Alexej Levinson. Seine Landsleute befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand und machen den Westen für die Entfremdung verantwortlich, sagt Levinson im Gespräch mit Dietmar Ostermann.

BZ: Herr Levinson, was denken Ihre Landsleute über den Bruch mit dem Westen?
Levinson: Die Russen leben in einem sehr besonderen Gemütszustand und in einer Fantasiewelt, in der sie die Meinungen im Ausland völlig ignorieren. Die Mehrheit der Russen unterstützt die vom Kreml verhängten Vergeltungssanktionen und die Autarkiepolitik der Regierung bisher. Sie geben alle Schuld dem Westen. Wenn sich das ändert – und ich denke, es wird sich ändern – werden wir wieder in einer realeren Welt leben.

BZ: Was meinen Sie mit besonderem Gemütszustand?
Levinson: Das geht zurück in das Ende der 80er und den Anfang der 90er Jahre. Der Zerfall der Sowjetunion hat die Russen den Status als eine große Macht gekostet. Es gab den Versuch, die Mentalität der Russen zu ändern, denken Sie an Gorbatschows "neues Denken". Das ...

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