Acht Prozent mehr Tote als sonst im April

dpa

Von dpa

Sa, 30. Mai 2020

Deutschland

Übersterblichkeit durch Corona.

In Deutschland sind im April 2020 vorläufigen Zahlen zufolge acht Prozent mehr Menschen gestorben als im Schnitt im selben Monat in den vier Vorjahren. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete am Freitag von mindestens 82 246 Verstorbenen. Den letzten verfügbaren Zahlen zufolge waren es dann zwischen Ende April und Anfang Mai nur noch geringfügig mehr Verstorbene als im Vergleich der Vorjahre. Mehr als 80 000 Sterbefälle in einem April habe es in Deutschland zuletzt 1977 gegeben.

Ein Zusammenhang der Entwicklung mit der Corona-Pandemie sei naheliegend, schreibt das Bundesamt. Die höchste sogenannte Übersterblichkeit seit Beginn der Epidemie in Deutschland gab es den bisherigen Daten zufolge in der 15. Kalenderwoche: Vom 6. bis zum 12. April lag die Zahl der Todesfälle 13 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt. Nur noch zwei Prozent über dem Durchschnitt lag die Sterblichkeit dann in der Woche zwischen 27. April und 3. Mai.

Drei Bundesländer hat die Epidemie besonders getroffen: Die Sterbefallzahlen übertrafen zwischen Ende März und Anfang Mai den Angaben zufolge in Bayern um 18 Prozent den Schnitt der vier Vorjahre, in Baden-Württemberg um 16 und in Nordrhein-Westfalen um fünf Prozent.

Die Befunde deckten sich bei Betrachtung der absoluten Zahlen mit der Entwicklung der bestätigten Covid-19-Todesfälle, die beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet würden, schreibt das Bundesamt. Im europäischen Vergleich sei das Ausmaß der Übersterblichkeit aber vergleichsweise gering. Italien etwa berichte von 49 Prozent mehr Toten im März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.