Rechte stellen Bürgermeister an den Pranger

afp

Von afp

Sa, 11. Januar 2020

Deutschland

Politiker will Waffenschein.

KAMP-LINTFORT (AFP). Nach seinem Antrag auf Erteilung eines Waffenscheins hat sich der Bürgermeister von Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen, Christoph Landscheidt (SPD), mit einer persönlichen Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt. Er habe im Europawahlkampf im Mai volksverhetzende Plakate abhängen lassen und werde seither "massiv aus der rechten Szene bedroht", betonte der Kommunalpolitiker in der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Der von Landscheidt beantragte Waffenschein ist derzeit Gegenstand eines Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf.

Der Bürgermeister der 37 000-Einwohner-Stadt hob in der Erklärung hervor, er habe "größtes Vertrauen in die Polizei" und respektiere "selbstverständlich das Gewaltmonopol des Staats". Aufgrund von "Vorfällen und Gefährdungssituationen in der jüngsten Vergangenheit hat es allerdings konkrete Situationen in meinem privaten und beruflichen Umfeld gegeben, in denen polizeiliche Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar gewesen wäre und auch in Zukunft nicht erreichbar sein würde", fügte Landscheidt hinzu. "Speziell für diese konkret benannten außergewöhnlichen Notwehrsituationen habe ich den Waffenschein beantragt, um Angriffen gegen mich und meine Familie nicht schutzlos ausgeliefert zu sein."

Landscheidts Name war zunächst nicht genannt worden. Doch nachdem Medien über eine für Samstag geplante Kundgebung der rechtsextremen Partei "Die Rechte" in Kamp-Lintfort unter dem Motto "Bewaffnung von Bürgermeister Landscheidt stoppen" berichtet hatten und die Identität bekannt geworden war, reagierte Landscheidt mit einer Erklärung.