Rückgang von Infektionen mit Corona erwartet

Norbert Wallet

Von Norbert Wallet

Mi, 16. September 2020

Deutschland

Studie des Iges-Instituts.

. Die Zahl der Corona-Infektionen wird in den kommenden vier Wochen wieder deutlich zurückgehen. Das ist das wichtigste Ergebnis einer aktuellen Studie des Iges-Instituts, die der Badischen Zeitung vorliegt. "Zu rechnen ist mit einem maximalen Rückgang der Häufigkeit von Corona-Neuinfektionen auf das Niveau vor den Ferien", heißt es in der Studie, die am heutigen Dienstag vorgestellt werden soll.

Das Iges-Institut rechnet "bundesweit mit rund 850 Corona-Neufällen pro Tag". Grund für den zu erwartenden Rückgang ist die starke Abhängigkeit der Fallzahlen "von Corona-Infektionen, die während der Schulferien in Risikogebieten erworben wurden", heißt es in der Studie, die von Bertram Häussler geleitet wurde. Tatsächlich zeigt die Studie, die sich Auswertungen der Lageberichte des Robert-Koch-Institutes stützt, dass infizierte Reiserückkehrer die Hauptträger des Anstiegs der Zahlen waren.

Trend wird wohl nicht anhalten

So stellt die Studie fest, "dass für die 34. Kalenderwoche (17. – 23. August) 49 Prozent aller Neufälle mit ermittelten Infektionsort auf einen Ort im Ausland entfielen". Wenn der Infektionsort im Ausland liegt, fanden die Infektionen zu zwei Dritteln in Balkanländern statt. Eine Auswertung der Kalenderwochen 25 bis 36 zeigt, dass die Infektionen überwiegend im Kosovo (22 Prozent), Kroatien (18 Prozent), Serbien und Montenegro (19 Prozent) stattfanden. Mit 13 Prozent lag auch der Anteil der Türkei bemerkenswert hoch. Dagegen spielen klassische Ferienländer wie Spanien (5 Prozent) und Italien (2 Prozent) kaum eine Rolle. Stadt- und Landkreise mit hohem Ausländeranteil verzeichneten demnach am Ferienende besonders starke Anstiege.

Die Autoren befürchten, dass der sinkende Trend nicht anhalten wird. "Mittelfristig muss allerdings befürchtet werden, dass das Ende des warmen Wetters zu einer wesentlichen Zunahme von Begegnungen in geschlossenen Räumen führen wird und damit zu einer erneuten Erhöhung der Fallzahlen", so die Studie.