Schlappe für Meuthen in der Ortenau

dpa

Von dpa

Di, 16. Juli 2019

Deutschland

Nicht als Delegierter gewählt.

OFFENBURG/FREIBURG (tst). Jörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender, hat sich in seinem Ortenauer Kreisverband am Wochenende als Delegierter für die Bundesparteitage beworben, ist aber nicht gewählt worden. Wie der Kreisverband am Montag mitteilte, wurden der Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz, der Landtagsabgeordnete Stefan Räpple und die Offenburger Stadträte Taras Maygutiak und Knut Weißenrieder zu Delegierten gewählt. Auch unter die vier Ersatzmänner kam Meuthen nicht.

Hintergrund der Entscheidung sind die bundesweiten Auseinandersetzungen in der AfD zwischen dem "Flügel" um Björn Höcke und den gemäßigten Teilen der Partei, insbesondere aber die Auseinandersetzungen vor Ort zwischen Meuthen und Räpple. Gegen den Kehler Abgeordneten, der dem "Flügel" zugerechnet wird, läuft ein Parteiausschlussverfahren, welches Meuthen unterstützt. "Ich habe auf Kreisebene viele Unterstützer", sagte Räpple am Montag der BZ. Offensichtlich konnte er so viele für die Mitgliederversammlung mobilisieren, dass Meuthen bei der Wahl nicht durchkam. Von derzeit 247 Mitgliedern nahmen nach Auskunft des stellvertretenden Sprechers Maygutiak 63 teil.

Meuthens Nicht-Wahl wurde am Montag bundesweit beachtet. "Im Machtkampf mit Höcke erleidet Meuthen eine schwere Schlappe", schrieb die Tageszeitung Welt in ihrer Online-Ausgabe. Der Ortenauer AfD-Mann Thomas Seitz führte die Nicht-Wahl dagegen auf die lokalen Auseinandersetzungen zurück. Es sei "keine Testwahl für den Bundesvorstand gewesen", sagte er der BZ: "In den meisten Kreisverbänden wäre er gewählt worden." Meuthen war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.