Wie in alten Zeiten

Jutta Bissinger

Von Jutta Bissinger

Mo, 27. Juli 2009

Deutschland

Alte Handwerkskunst zu bewahren hat im Schwarzwald Tradition. Wie das funktioniert erzählen zwei Frauen aus der Region / Von Jutta Bissinger

as wie ein Hobby seinen Anfang nahm, wurde für die beiden Frauen zur Erwerbstätigkeit in historischen Handwerksberufen: Bauernmalerin Regina Schöchlin und Schilderuhrenherstellerin Helga Faller bewahren mit ihrer Arbeit alte Schwarzwälder Tradition – und sind sehr gefragt.

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Die eine hatte schon immer die alte Bauernmalerei geliebt, die andere kam erst über Bastelarbeiten mit ihren Kindern zur Schilderuhrenfertigung: Regina Schöchlin und Helga Faller zählen heute zu den wenigen im Land, die alte Handwerkskunst noch beherrschen.

Regina Schöchlin

"Immer, wenn ich einen alten Schrank mit Bauernmalerei sah, ging mir das Herz auf." Welche Voraussetzung könnte besser sein, um sich selbst ganz dieser alten Kunst hinzugeben? Regina Schöchlin aus Seelbach bei Lahr hat es getan. Die 57-Jährige ist Bauernmalerin: Ob Milchkanne, Nachttisch oder Tablett, ob Schirmständer, Spanschachtel oder Übertopf – alles, was die Kunden ihr bringen, verziert sie mit schwungvollen Motiven.

Malt sie ein Motiv nach alter Tradition, bedeutet das: entweder religiöse Motive oder Blumen. "Die Lilie steht für die Unschuld, der Granatapfel für Fruchtbarkeit, die Rose für die Liebe", erklärt sie. Damit hat man nämlich einst vor allem die Aussteuertruhen und -schränke bemalt, die von den Mädchen mit in die Ehe genommen wurden. Dazu kamen das Hochzeitsdatum und die Initialen des Brautpaars. "Die armen Mädchen bemalten sich ihren Schrank selbst, die reichen gaben ihn in Auftrag", ...

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