"Arabiens Kultur gehört zu uns"

Annemarie Rösch

Von Annemarie Rösch

Sa, 21. Mai 2011

Kultur

BZ-INTERVIEW mit Franz Schupp über die Errungenschaften, die wir Europäer muslimischen Philosophen und Naturwissenschaftlern verdanken.

D ie Werke des arabischen Philosophen Ibn Rusd, in Europa als Averroes bekannt, haben in Europa die Aufklärung eingeleitet. Diese bekannte These vertritt auch Philosophieprofessor Franz Schupp, der in Paderborn lehrte und in Freiburg lebt. Für die Übersetzung eines Werkes von Averroes aus dem Arabischen ins Deutsche wird Schupp jetzt mit dem König-Abdallah-Übersetzungspreis ausgezeichnet, den Saudi-Arabien vergibt. Annemarie Rösch sprach mit Franz Schupp über seine Arbeit und seine Thesen.

BZ: Gerade im Moment wird ja viel diskutiert, ob der Islam und die islamische Kultur zu Europa gehören. Von manchen wird dies bestritten. Sie wiederum sehen eine gegenseitige Beeinflussung der europäischen und islamischen Kultur. Wie sah die aus?

Schupp: Als die Muslime nach dem Tod des Propheten Mohammed (632 n. Chr., Anmerk. der Red.) ihre Eroberungen begannen, stießen sie auf die griechisch hellenistische und persische Kultur, etwa im heutigen Syrien und im heutigen Iran. Die Araber waren damals an diesen Kulturen interessiert, an ihrem Wissen im Bereich der Medizin und Astronomie. Im 8. und 9. Jahrhundert begannen die Araber, viele Werke der Griechen, vor allem die von Aristoteles und des Arztes Galen, ins Arabische zu übertragen. Im 10. Jahrhundert hatten sie einen großen Teil der naturwissenschaftlichen und philosophischen Werke der Griechen ins Arabische übersetzt. Sie anerkannten also ihren Wert. Der Hof in Bagdad förderte die Übersetzungen.

BZ: Heute bringt man die islamische Kultur gerne mit ...

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