Kassel

Documenta 13: Gemurmel mit Früchten

Volker Bauermeister

Von Volker Bauermeister

Fr, 08. Juni 2012

Ausstellungen

Am Samstag wird in Kassel die Weltkunstschau Documenta 13 eröffnet: Die Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev öffnet sie weit in die Natur und die Lebenswelt.

Ach, diese Leere. Der Kassler Friedrichsplatz gähnt, wie sonst immer. Kaum eine Spur von Kunst. Keine medial transportablen Zeichen. Diese Documenta distanziert sich vehement von der Eventkultur. Und drängt ja aber doch mit Macht nach draußen. Diesmal eher noch als sonst. Nicht weniger als das Museum Fridericianum ist für die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev die Kassler Karlsaue Ausstellungsort. Eigentlich ist diese Documenta 13 ein großer verwilderter Garten, der sich nicht mehr in die von Formästheten angelegten Beete fügt.

Säuberliche Trennung liegt Carolyn Christov-Bakargiev so fern wie jede Form von Gewissheit. "Verwirrung ist etwas Wunderbares", sagt sie kokett und will die arme, unheile Welt umarmen. In Kassel, wo die Führer zur Kunst diesmal Begleiter heißen und sich besucherfreundliche Vermittlerkompetenz im Adjektiv "weltgewandt" beschreibt, geht es der Kunst um kaum weniger als alles. Der Karlsruher Kunsthistoriker Beat Wyss, der die Kunsthistoriker schon aus der Rede über das, was da passiert, fast ausgeschlossen sieht, spricht von "Laiengespräch über Gott und die Welt". Die durchaus nicht immer leicht verständliche Carolyn Christov-Bakargiev liebend gern von Austausch.

Im Ausstellungsparcours ist selbst auch die Wissenschaft. Mit Anton Zeilinger, dem Quantenphysiker. Und mit dem Computerpionier Konrad Zuse. Und viel Kunst, die Kunst Kunst sein lässt und ganz was anderes anzettelt. Das "One Hotel" zum Beispiel, das der italienische Arte-Povera-Künstler Alighiero Boetti einst in Kabul eröffnete: Mario Garcia Torres ist Boetti gefolgt, hat das Haus reaktiviert; und jetzt hängt eine von Boettis in ...

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