Hot Chip

POP: Vernunft und Ekstase

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Fr, 12. Juli 2019

Rock & Pop

"A Bath Full of Ecstasy", das siebte Studioalbum der Londoner Elektro-Pop-Gruppe Hot Chip, erscheint unter anderem als Doppel-LP. Das ist angesichts des Vinyl-Revivals eigentlich keine nennenswerte Info mehr – aber doch insofern relevant, als man den Bruch in der Mitte der Tracklist selbst beim zeitgemäßen Hören via Spotify wahrnimmt. Von da an klingen die Briten merklich beruhigt, weniger schillernd, man möchte fast sagen: vernünftiger. Die After-Hour nach der Ekstase? Jedenfalls steht die erste Hälfte ganz im Zeichen des Albumtitels: bunt, aufgedreht, tanzbar, mitunter nervenaufreibend. Das Auftaktstück "Melody Of Love" ist eine kompromisslose Pop-Hymne mit Hang zum Schlager-Kitsch. Und im Titeltrack schickt Alexis Taylor seine feine Falsett-Stimme durch einen zeitgeistigen Auto-Tune-Effekt. Leicht verdaulich gerät das nicht immer – wohl aber sehr unterhaltsam. Zusammen hält das ganze Spektakel die konsequente Instrumentierung, wie sie Hot Chip auch auf der Bühne auffahren: ein Bad in den Klängen vieler Synthesizer.

Hot Chip: A Bath Full of Ecstasy (Domino).