Turbostaat

ROCK: Eine Band bleibt sich treu

Stefan Mertlik

Von Stefan Mertlik

Mi, 15. Januar 2020

Rock & Pop

Vor vier Jahren reiste die Punkrockband Turbostaat nach "Abalonia", fiktiver Fluchtpunkt vor einem menschenunwürdigen Leben. Der Nachfolger heißt "Uthlande", der Begriff steht für die Inseln und Halligen vor der nordfriesischen Heimat der Musiker und verzichtet auf einen thematischen Überbau, nicht aber auf Tiefgang. "Rattenlinie Nord" handelt von der Fluchtroute hochrangiger Nazis nach Flensburg, wo Ende des Zweiten Weltkriegs die letzte Reichsregierung ihren Sitz hatte. Andere Lieder sind szene- oder religionskritisch. Die verklausulierten Texte von Sänger Jan Windmeier verlangen viel Aufmerksamkeit, belohnen jedoch mit Zitaten, die sich Menschen tätowieren werden: "Wer den Schnee umarmt, wird die Kälte akzeptieren." Trotz eingängiger Refrains liegt der Fokus nicht auf Hits. Ruppige Riffs, stoisches Schlagzeugspiel und gebrüllter Sprechgesang sind seit der Gründung vor 20 Jahren Turbostaats Markenzeichen. Daran hat sich auf nichts geändert. Alle zwölf Stücke wurden live eingespielt, was die Bühnenqualität der Musik unterstreicht.

Turbostaat: Uthlande (Pias).