Wenn die reifen Trauben im milden Licht der Sonne glänzen

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 20. September 2019

Klassik

20 Jahre Markgräfler Musikherbst.

Ausgesucht schöne Spielorte in Kirchen, Schlössern und historischen Gebäuden, internationale Ensembles, und das in der Zeit der Weinlese, wenn die Sonne golden und mild auf die "Toskana Deutschlands" scheint: Das ist das Erfolgsrezept für den Markgräfler Musikherbst, der vom 25. September bis 6. Oktober seine 20. Auflage erlebt. Gegründet im Jahr 2000, hat sich das Festival unter künstlerischer Leitung von Guido Heinke im Markgräflerland bestens etabliert.

Die Ehre des Eröffnungskonzerts im Jubiläumszyklus kommt der Gemeinde Grenzach-Wyhlen zu, die im zwölften Jahr beim Musikherbst dabei ist. In der Evangelischen Kirche in Grenzach, deren Atmosphäre und Akustik von Kammermusikern wie Zuhörern geschätzt wird, gastiert am 25. September, 19.30 Uhr, das Minetti Quartett aus Österreich, das in Sälen Europas . Die Geigerinnen Maria Ehmer und Anna Knopp, Bratschist Milan Milojicic und Cellist Leonhard Roczek interpretieren Streichquartette von Haydn, Schostakowitsch und Brahms. "Weltklassemusik auf höchstem Niveau", freut sich Organisator Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte auf diesen Auftakt.

Artist in Residence in der Jubiläumsauflage ist das Mandelring Quartett aus Berlin, das zu den besten Streichquartetten der Welt gehört und dem Musikherbst seit dem Gründungsjahr verbunden ist. Das für sein Hochspannungsmusizieren gerühmte Ensemble mit Sebastian Schmidt, Nanette Schmidt (Violinen), Andreas Willwohl (Viola) und Bernhard Schmidt (Cello) ist am 26. September, 19.30 Uhr, in der Martinskirche Müllheim zu erleben. Zusammen mit dem Pianisten Guido Heinke spielen sie Klavierquintette von Louis Vierne und Antonin Dvorák. Außerdem steht ein Streichquartett von Schostakowitsch auf dem Programm.

Beide Ensembles, das Minetti und das Mandelring Quartett, bestreiten am 27. September, 20 Uhr, ein gemeinsames Programm in der Evangelischen Kirche in Altweil. Freuen dürfen sich die Zuhörer auf Kammermusikwerke der Romantik und Spätromantik in großer und selten zu hörender Besetzung wie Streichsextette von Richard Strauss und Johannes Brahms sowie das Oktett Es-Dur von Mendelssohn-Bartholdy: ein wahres Klangfest der Streicherkultur ist zu erwarten.

Während Weil am Rhein von Anfang an am Musikherbst beteiligt ist, kam die Kirche St. Peter in Blansingen 2018 als Konzertort neu hinzu. Dort werden am 6. Oktober, 17 Uhr, zehn junge Talente und Preisträger der Musikschule Weil am Rhein auftreten, darunter die Geschwister Meike Ramm (Violine) und Martin Ramm (Cello) und die Saxofonistin Rosalie Zehnle. Geboten wird ein vielfältiges buntes Spektrum an Stücken für Streicher, Block- und Querflöte, Saxophon und Klavier. Was zeigt, dass der Markgräfler Musikherbst auch ein Herz für vielversprechende Nachwuchsmusiker hat und ihnen ein Podium bietet.