WWF gelobt Besserung

dpa

Von dpa

Fr, 03. Mai 2019

Panorama

Nach Skandal um Wildhüter sollen Menschenrechte zur Grundlage der Arbeit werden / Mitarbeiter werden geschult.

BERLIN (dpa). Nach schweren Vorwürfen gegen den WWF wegen gewalttätiger Wildhüter will sich der deutsche Ableger der Umweltstiftung neue Regeln zur Einhaltung der Menschenrechte bei Projekten geben. Der WWF Deutschland veröffentlichte eine von ihm in Auftrag gegebene, von externen Experten durchgeführte Untersuchung, und kündigte an, diese Empfehlungen umzusetzen. Dazu gehört etwa, in der Naturschutzorganisation einen Ausschuss für Menschenrechte einzurichten, sowie Schulungen für Mitarbeiter und regelmäßige Berichte zu Menschenrechtsthemen.

Anfang März hatte das Online-Magazin Buzzfeed über die schweren Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Mord berichtet, die vom WWF mitfinanzierte Wildhüter begangen haben sollen. Der WWF International (World Wide Fund For Nature) mit Sitz in Genf in der Schweiz hat angekündigt, die Vorwürfe aufzuklären.

Der rechtlich und finanziell unabhängige WWF Deutschland bat den ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, interne Kontrollmechanismen und Strukturen unter die Lupe zu nehmen. Um konkrete Fälle und Personen geht es im deutschen Bericht also nicht, sondern um Arbeitsweisen.

"Der WWF Deutschland hat sich entschlossen, die Empfehlungen Schritt für Schritt umzusetzen", hieß es. "Ziel ist es, die Sicherung der Menschenrechte zum systematischeren Bestandteil der Umweltschutzarbeit zu machen." Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, sagte, die Einhaltung der Menschenrechte sei "Grundlage aller Naturschutzmaßnahmen".

Erste konkrete Schritte kündigte die Organisation an. Ein neues Regelwerk soll den Schutz der Menschenrechte von der ersten Planung eines Projekts über die Umsetzung bis zur Auswertung systematischer einbeziehen. Mitarbeiter auf zwei neu zu schaffenden Stellen sollen für das Thema zuständig sein. Löning und seine Mitarbeiter sollen den Prozess begleiten. Nach seiner Zeit als Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte gründete er eine Beratungsfirma mit dem Schwerpunkt, Menschenrechte in Unternehmensstrategien zu integrieren.