Vier große Brände in vier Wochen

Lena Marie Jörger

Von Lena Marie Jörger

Do, 13. Juni 2019

Südwest

In Herbolzheim brennen Scheunen und eine Maschinenhalle ab / Kripo vermutet Brandstiftung / Einen Hof traf es zweimal.

HERBOLZHEIM. Die Feuerwehr hatte in Herbolzheim in den vergangenen knapp vier Wochen gut zu tun: Vier Mal musste sie ausrücken, um in der Innenstadt und im Ortsteil Wagenstadt brennende Scheunen zu löschen. Jüngster Fall: In der Nacht zum Pfingstsonntag standen gleich zwei Scheunen in Flammen. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen den vier Bränden gibt und dass diese vorsätzlich gelegt wurden.

Der Alarm geht am frühen Pfingstsonntagmorgen um 4.45 Uhr ein. Ein Zeuge meldet ein Feuer am Ortsrand von Wagenstadt. Anders als von der Polizei ursprünglich berichtet, geht der zweite Alarm in dieser Nacht nahezu zeitgleich ein: Ein anderer Zeuge meldet einen Brand in der Bismarckstraße mitten in Herbolzheim. In beiden Fällen stehen Scheunen in Flammen. Mehr als 70 Feuerwehrleute aus Herbolzheim, den Ortsteilen und der Nachbarstadt Kenzingen sind im Einsatz – bis zu sieben Stunden lang.

"Dass die Brände nahezu zeitgleich gemeldet wurden, bedeutet nicht, dass sie auch zeitgleich ausgebrochen sind", betont Polizeisprecher Walter Roth am Mittwoch. Er sagt auch: "Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich bei allen vier Bränden um Fälle von vorsätzlicher Brandstiftung handelt." Ein Grund dafür: die räumliche und zeitliche Nähe der Fälle. Außerdem gibt es laut Roth Spuren, die auf vorsätzliche Brandstiftung hindeuten. Welche das sind, sagt er nicht.

Knapp vier Wochen ist es her, dass die Herbolzheimer Feuerwehr zum ersten Scheunenbrand in die Innenstadt ausrücken musste. Eine Woche später stand zwischen Herbolzheim und Wagenstadt eine Maschinenhalle in Flammen. In der Nacht auf Pfingstsonntag brannten dann die zwei Scheunen.

Besonders tragisch ist die Situation für den Besitzer des Maierhofs zwischen Herbolzheim und Wagenstadt: Bei dem Brand vor zwei Wochen wurden Maschinen, Gerätschaften sowie Heu, Stroh und Silage für 80 Rinder und 25 Pferde zerstört. Dank einer Spendenaktion konnte neues Futter angeschafft werden – das bei dem Brand in der Nacht auf Pfingstsonntag auch größtenteils verbrannte. "Wir haben gedacht, das kann doch nicht wahr sein", sagt Melanie Kätterer, die ihre Pferde auf dem Maierhof untergestellt hat. Noch am Sonntag und Montag halfen Landwirte erneut mit Heu und Stroh aus. Ein Helferkreis bittet nun um weitere Unterstützung. Der Hofbesitzer braucht neben Heu- und Strohspenden auch Maschinen, um seine Heuernte einfahren zu können. Seine eigenen sind verbrannt.

Eine mittlerweile zehnköpfige Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei arbeitet nun an der Aufklärung der Fälle. Einen konkreten Tatverdacht gebe es laut Polizeisprecher Roth bislang nicht. Die Ermittler stehen auch in Kontakt zu Kollegen aus Offenburg, die wegen einer Serie von Pkw-Bränden in der Ortenau ermitteln. Erst in der Nacht zum Dienstag brannte in Mahlberg wieder ein Auto, die Offenburger Beamten vermuten einen Zusammenhang zur Pkw-Brandserie. "Aktuell", sagt Roth, "gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass die Pkw-Brandserie mit den Scheunenbränden in Herbolzheim zu tun hat." An potenzielle Zeugen appelliert Roth, sich zu melden. "Wir brauchen jeden Hinweis, auch wenn er noch so unwichtig erscheinen mag!"