Wölfe haben im Basler Zoo ausgeheult

sda

Von sda

Do, 12. September 2019

Basel

Mit dem Einschläfern von Cleopatra und Cäsar endet Ära / Tierpark Lange Erlen plant Wolfsgehege.

BASEL (sda). Wölfe haben im Basler Zoo ausgeheult: Als letzte des alten Rudels sind die 2005 in Basel geborenen Cleopatra und Cäsar von ihren Altersleiden erlöst worden. Der Zoo verzichtet künftig auf Wölfe. Die beiden Wölfe waren mit mehr als 14 Jahren "sehr alt", wie der Zoo Basel auf einer Tafel an deren leerem Gehege festhält. Sie hätten "zunehmend unter diversen Altersbeschwerden" gelitten. Zuletzt habe die Lebensqualität der beiden sehr abgenommen. Daher habe der Zoo "beschlossen, sie zu erlösen".

Eine Zoo-Sprecherin bestätigte am Dienstag Angaben des Basler Onlinemediums Prime News, wonach Wölfin Cleopatra am 13. August und Wolf Cäsar am 3. September eingeschläfert worden sind. Die beiden Kadaver gingen zur Untersuchung ans Institut für Tierpathologie der Universität Bern. Laut der Sprecherin litt die Wölfin zuletzt unter anderem an altersbedingten Problemen mit der Wirbelsäule, bis hin zu neurologischen Ausfällen. Beim Wolf liege der pathologische Bericht noch nicht vor; man habe aber bereits von einer "tumorartigen Veränderung mit vermutlich Metastasen" gewusst.

Mit dem Tod der letzten beiden Wölfe endet im "Zolli" eine Ära. Bei der Eröffnung 1874 gehörte der Wolf zu den Attraktionen im Raubtierhaus – neben Luchs, Dachs oder Fuchs. Die erste eigene Wolfsanlage war 1933 gebaut worden; die aktuelle datiert von 1983. In die Wolfsanlage zieht demnächst die Nutria-Gruppe (Biberratten), teilte der Zoo mit.

Dass der Zoo, der eher auf exotische Tiere setzt, nach dem Ableben von Cleopatra und Cäsar auf Wölfe verzichten will, war schon vor einigen Jahren beschlossen worden. Ganz auf Wolfsgeheul verzichten muss man in Basel dennoch nicht: Der Tierpark Lange Erlen im Kleinbasel will sich laut einem Masterplan von 2004 zu seinem 150-Jahre-Jubiläum für 4,1 Millionen Franken eine 5000 Quadratmeter große Wolfsanlage gönnen. Bis zum 2021 geplanten Spatenstich hofft der Trägerverein auf ausreichende Spenden. Auch andere Tierparks halten Wölfe, beispielsweise jener in Goldau. Wilde Wölfe leben in mehreren alpinen Kantonen der Schweiz, unter anderem ein Rudel an der Calanda bei Chur.