Deutsche geben mehr Geld für das Auto aus

Rolf Obertreis

Von Rolf Obertreis

Di, 20. Oktober 2020

Wirtschaft

Trend zu teuren Fahrzeugen.

. Die Bundesbürger geben immer mehr Geld aus, wenn sie ein neues Auto kaufen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres ist der Durchschnittspreis für einen Neuwagen außergewöhnlich stark um 8,1 Prozent auf 37 710 Euro gestiegen. Dies zeigt eine Analyse des CAR-Centers Automotive Research in Duisburg. Der Preisanstieg in diesem Jahr war der Studie zufolge der zweithöchste seit zehn Jahren. "Nur nach dem Abwrackprämienjahr 2009 lag ein höherer Anstieg der Durchschnittspreise von 13,5 Prozent vor", sagt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer.

Getrieben werde der Anstieg vom Verhalten der Autokäufer, hochwertigere Fahrzeuge zu kaufen. So ist unter anderem der Anteil der SUV an den Neuzulassungen von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter von 32 auf 34,4 Prozent gestiegen. Auch mehr E-Autos wurden verkauft. Die Marktanteile der deutschen Premiummarken Audi, BMW, Mercedes und Porsche sind gestiegen.

Dudenhöffer ist überzeugt, dass die Entwicklung aktuell auch mit der Corona-Pandemie zu tun hat. Öffentliche Verkehrsmittel hätten wegen des Abstandsgebots an Attraktivität verloren. Auch durch den Klimawandel erlebe das Auto "eine bemerkenswerte Renaissance". Dafür stehen Dudenhöffer zufolge der deutliche Zulassungszuwachs bei vollelektrischen Autos. Getrieben werde dies allerdings auch durch die hohen Kaufprämien von bis zu 9000 Euro.

Aktuell zahlen die Autokäufer für einen neuen Pkw fast 3000 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr und fast 13 000 Euro mehr als noch vor zehn Jahren. 2010 waren sie bereit, für ein neues Auto im Schnitt 24 910 Euro auf den Tisch zu legen. Damit liegt der Preisanstieg bei mehr als 50 Prozent. Trotz aller Proteste etwa von Fridays for Future steigt die Pkw-Dichte in Deutschland weiter. Heute liegt sie bei 574 Fahrzeugen pro 1000 Einwohnern. Vor zehn Jahren waren es 504 pro 1000 Einwohnern.