Gigantisches Konjunkturpaket in den USA

Frank Herrmann

Von Frank Herrmann

Do, 26. März 2020

Wirtschaft

Zwei Billionen Dollar schwer.

WASHINGTON. Bis nachts um halb zwei Uhr rangen Demokraten und Republikaner um die Details, dann war das größte Hilfspaket der US-amerikanischen Geschichte unter Dach und Fach. Zwei Billionen Dollar, umgerechnet 1,85 Billionen Euro an Geldspritzen umfasst das Paket, es stellt alles in den Schatten, was das Land in der Finanzkrise an Rettungsschirmen beschloss.

Konkret ist geplant, dass die meisten Amerikaner schnellstmöglich einen Scheck über 1200 Dollar bekommen, für viele angesichts fehlender Ersparnisse die einzige Möglichkeit, sich finanziell über Wasser zu halten. Ehepaare erhalten 2400 Dollar, pro Kind kommen 500 Dollar hinzu. Wer im Jahr mehr als 99 000 Dollar verdient, für den ist eine solche Einmalzahlung nicht vorgesehen.      Um kleinen Unternehmen zu helfen, zumindest die nächsten Wochen zu überbrücken, stellt der Fiskus 367 Milliarden Dollar bereit. Davon sollen Beschäftigte bezahlt werden, die keine Arbeit mehr haben, da ihren Arbeitgebern die Aufträge weggebrochen sind. Für Betriebe mit weniger als 500 Arbeitnehmern stehen jeweils bis zu zehn Millionen Dollar zur Verfügung, damit sie weiterhin Löhne zahlen können. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

Das Arbeitslosengeld wird pro Empfänger um wöchentlich 600 Dollar aufgestockt. Diese Regelung soll zunächst für vier Monate gelten. Zudem haben Arbeitslose länger Anspruch auf Hilfe: 52 Wochen lang wie bisher 39 Wochen.      Um Konzerne in besonders hart getroffenen Branchen vor dem Ruin zu bewahren, wird ein 500 Milliarden Dollar schwerer Stabilisierungsfonds gebildet. Hotels oder Golfplätze der Familie Trump dürfen ebenso wenig Gelder aus dem Stabilisierungsfonds kassieren wie Firmen, die sich im Besitz von Regierungsmitarbeitern, Senatoren und Abgeordneten befinden.