Freiburger Volkswirt

"Italiens Banken haben ein großes Problem"

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Mo, 18. April 2016

Wirtschaft

BZ-INTERVIEW mit dem Volkswirt Bert van Roosebeke aus Freiburg über neuerliche Rettungsaktionen für die Geldhäuser des Landes und die Folgen für die Eurozone.

FREIBURG. In Italien müssen wieder Banken gerettet werden. Vergangene Woche wurde in Windeseile ein fünf Milliarden Euro schwerer Notfallfonds eingerichtet, der drei schwache Geldhäuser mit frischem Geld versorgen soll. Doch laut dem Branchenkenner Bert van Roosebeke vom Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg ist das Problem in dem Euroland viel größer. Italiens Banken sitzen auf faulen Krediten in Höhe von bis zu 350 Milliarden Euro. Im Gespräch mit Ronny Gert Bürckholdt fordert der Ökonom eine Müllhalde für Italiens Schrottkredite.

BZ: Herr Roosebeke, für die neuerliche Bankenrettung in Italien sind angeblich nur fünf Milliarden Euro nötig. Keine große Sache also?

Roosebeke: Italiens Banken haben ein großes Problem. Sie sitzen auf Krediten im Volumen von bis zu 350 Milliarden Euro, die im Moment nicht bedient werden. Diese Problemkredite machen 20 Prozent aller ausstehenden Darlehen in Italien aus. Das ist im internationalen Vergleich enorm viel und eines der großen Probleme der italienischen Wirtschaft. Man wird dieses Problem lösen müssen, wenn Italiens Wirtschaft wieder wachsen soll. Dazu braucht es gesunde Banken, die neue Kredite vergeben können.

BZ: Was konkret passiert da in Italien?

Roosebeke: Vor ein paar Monaten haben die Italiener mit der Rückendeckung der EU-Kommission einen Plan ersonnen, der die Banken des Landes entlasten soll. Problemkredite dürfen verbrieft werden, also zu Paketen geschnürt. Der Staat garantiert dann teilweise für diese Pakete. Das heißt: ...

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