Narren trotzen der Klimakatastrophe

Yvonne Würth

Von Yvonne Würth

Di, 21. Januar 2020

Stühlingen

"Hungrige Stühlinger" brillieren an zwei Bunten Abenden mit abwechslungsreichem Programm.

STÜHLINGEN. Mit jeweils nahezu fünf Stunden Programm boten die "Hungrigen Stühlinger" zwei gelungene Bunte Abende im zweimal ausverkauften Konradsaal. Unter Regie von Narrenmutter Gaby Böhler und moderiert vom Vorsitzenden Daniel Fechtig hatten die Narren in zwölf Programmpunkten das Motto "Die Klimakatastrophe kunnt, des war’s, ab jetzt fieret mir Fasnet ufem Mars" umgesetzt.

Von allem war etwas dabei – Tanz, Gesang, Zaubershow und Büttenrede. Zwölf nahezu perfekt einstudierte Beiträge und die ausgefeilte Bühnentechnik begeisterten. Im Vorfeld und zwischen den Programmpunkten heizten die Happy Shakers mit Dirk und Franky bereits zum zehnten Mal ein. Ein- und Ausmarsch der Narren im gelb-rot-schwarz-grau-grünen Hansele mit Saublottere sowie das Finale mit allen Darstellern auf der Bühne wurden musikalisch untermalt.

In ihrem 30. Jahr legten die Tanzmäuse einen fulminanten Start in den zweiten Programmteil ein als Ritter auf der Suche nach Alice, gespielt von Konrad Grüninger. Die "ökumenisch psychologische Telefonberatung der Stadt Stühlingen" in Person von Dietmar Vollmer mit Sofia Eckert umfasste einen Sketch zu den Themen Klimahysterie, Zölibat und Ehe, Breitband, die Themen Zugverkehr und Umfahrung Grimmelshofen schlossen mit einer Gesangsdarbietung.

Ihre eigene Version des Kriegerkampfes "Haka" führten die Männer von "Mischmasch" im Pullunder auf. In fünf Teilen nahmen sie ihre Altersgebrechen und sich selbst aufs Korn, verbanden Ortsgeschehen mit "Junggesellenabschied über 50", wussten die hochprozentige Lösung für jedes Problem, tanzten zu "Macarena". Der "personifizierte Bandscheibenvorfall" Frank Pieper mutierte zum "Dance Monkey" mit eigenem Text, denn "Enten haben keine Ohren."

Das Publikum zeigte sich bereits beim ersten Programmpunkt mit den Kindertanzgruppen begeistert und jubelte. Drei Schreckmomente, einer davon unbeabsichtigt, sicherten die Aufmerksamkeit des Publikums, das trotz später Stunde gebannt den Darbietungen folgte.

Zustimmung kam bei Dominique Ummikers "Huusma"-Bütt auf. Die Themen Kassenbon, Umweltschutz, Stuttgart 21 und Maut hatte er ebenso gelungen verarbeitet. Immer wieder witzig der Gegensatz der sittlichen Nonnen mit "Ave Maria" und den "Glocken von Rom" beim SV. Umwege zum Fasnetfüür führten die "Zäche" im unterhaltsamen detailreichen Schattenspiel.