Narzissen unter den Linden

Peter Koch

Von Peter Koch

Mo, 29. März 2021

Rickenbach

Schwarzwaldverein Vorderer Hotzenwald kann einen Teil seiner Naturschutzaktion ausführen.

Der Naturschutzaktionstag des Schwarzwaldvereins Vorderer Hotzenwald konnte am Wochenende aufgrund des noch vorhandenen Schnees nicht komplett über die Bühne gehen. Die Narzissenpflanzung unter den Linden bei der Rickenbacher Kirche fand aber dennoch statt. Die restlichen vier Aktionen werden auf den kommenden Samstag verlegt.

. Die Pflanzen stammen aus Hogschür, wo ein Ehepaar über Jahre hinweg eine große Wiese in ein blühendes Narzissenmeer verwandelt hat und dem Verein das Entnehmen einiger Pflanzen gestattete. Diese Wiese ist so einzigartig, dass sie es mit Foto in das Buch "Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten", des Autors Reinhard Witt geschafft hat, der sich als Biologe, Journalist und Grünflächenplaner intensiv mit der Nachhaltigkeit von öffentlichem Grün beschäftigt. "Es handelt sich um wilde Narzissen," erklärt Ralf Engel, Vorsitzender des Schwarzwaldvereins Vorderer Hotzenwald, "das heißt, sie bilden, im Gegensatz zu denen, die man im Geschäft kaufen kann, fruchtbare vermehrungsfähige Samen aus." So habe über die Jahre diese Pracht entstehen können. Solche Dimensionen seien über das bloße Setzen der Zwiebeln von Hand nur schwer zu erreichen.

Den Grundstock an Zwiebeln sammelte das Ehepaar im Jura in einer Art Rettungsaktion, auf Wiesen, die zu Ackerland umgewidmet und umgegraben worden waren. Auch die Pflanzen in Rickenbach werden über die Zeit hinweg ihre Samen verteilen und von Jahr zu Jahr enger und üppiger stehen. Engel weiß, dass Verbreitungen dieser wilden Narzissen in Eifel und Hunsrück bekannt sind und nun, neben Hogschür, auch in Rickenbach. Das sei etwas besonders.

Neben den Narzissen seien auch Märzenbecher seltene und geschützte Pflanzen, denen sich der Verein als Nächstes widmen möchte, da Rickenbach unter anderem in Hottingen über ein natürliches Vorkommen verfügt, so Engel weiter. Georg Keller, heute Rentner, früher Bürgermeister der Gemeinde Rickenbach, kann sich erinnern, dass er schon vor 20 Jahren Schilder in Hottingen aufstellen ließ, die auf den Schutzstatus der Märzenbecher hinwiesen. Keller ist dann auch aktuell engagiert dabei, wenn Ralf Engel seine Mitglieder zu Naturschutzaktionen aufruft. Die Märzenbecher sehen Schneeglöckchen recht ähnlich, haben allerdings ausgeprägtere und größere Blüten, als diese. Die Hottinger Vorkommen dieser geschützten Art sind rund um Energiemuseum und Kraftwerk zu bewundern.