Natalia Dauer bringt ihr Cello zum Singen

Bernadette André

Von Bernadette André

Mo, 17. Februar 2020

Bad Säckingen

Lang anhaltender Applaus beim Soiréekonzert in Bad Säckingen.

BAD SÄCKINGEN. Besinnlich und heiter, kraftvoll und zart waren die Cellostücke, mit denen die Bad Säckinger Cellistin Natalia Dauer am Samstagabend bei einem Soiréekonzert in der evangelischen Stadtkirche das zahlreich erschienene Publikum beeindruckte.

Großer künstlerischer Ausdruck
Rhythmisch klar und mit viel künstlerischem Ausdruck gespielt, eroberte sie sich mit dem Prelude der Cellosuite Nr.1 von Johann Sebastian Bach den Klangraum der Kirche und die Herzen der Zuhörer. "Bachs Cellosuiten verlangen so viel, die Künstler sind dabei ganz auf sich gestellt. Aber sie sind wunderbarste Musik, denn diese Musik beinhaltet alles", so die Cellistin.

Auf die Sarabande der zweiten Cellosuite folgten zwei Stücke aus den Präludien der zeitgenössischen russischen Komponistin Sofia Gubaidulina, poetisch verbunden durch das Gedicht "Stimmen im Kopf" von Janine Albrecht. Die Wechsel von munterer Leichtigkeit und tiefgehender Melancholie bestimmten die Musikauswahl des Abends. Zur tänzerisch leichtfüßig dargebotenen Etüde des böhmischen Komponisten David Popper kontrastiert das sentimentale, sehr innerlich gespielte "Après un rêve" von Fauré. Die Melancholie der Sonate für Violoncello-Solo von György Ligeti wird dann wieder von einem fröhlichen Capriccio des italienischen Cellisten und Komponisten Dall’Abaco abgelöst.

Jüdischer Gebetsgesang
Wie sich das Cello wahrhaftig zum Singen bringen lässt, zeigte Dauer sehr gefühlvoll mit einem Lied von Dvorák aus der kleinen Sammlung "Songs my mother taught me" und besonders innig und ergreifend mit dem jüdischen Gebetsgesang "Prayer" aus dem Zyklus "From jewish life" des amerikanischen Komponisten Ernest Bloch. Der Kreis schließt sich mit dem ersten Satz aus der Cellosonate Nr. 8 von Zoltàn Kodàly. Dieses Werk gehört genau wie Bachs Cellosuiten zu den besonderen Herausforderungen eines Cellisten. Natalia Dauer hatte dazu die G- und C-Saite ihres Cellos jeweils einen halben Ton tiefer gestimmt, was dem Instrument eine ganz besondere Klangfarbe gab. Nach dem begeisterten Applaus des Publikums spielte sie als Zugabe die von ihr selbst arrangierte Titelmusik zur Fernsehserie "Game of Thrones".

Mit lang anhaltendem Applaus dankte das Publikum für ein sehr erfüllendes Musikerlebnis.

Weitere Auftritte von Natalia Dauer mit ihrem Soloprogramm finden am Samstag, 14. März, ab 19 Uhr in der evangelischen Lukasgemeinde in Inzlingen und am Sonntag, 5. April, ab 17 Uhr in der katholischen Kirche Sankt Michael in Karsau statt.