Rettet die Bienen

Naturschutzbund: "Das Volksbegehren Artenschutz geht nicht gegen die Bauern, sondern gegen das Artensterben"

Christiane Pfeifer

Von Christiane Pfeifer

So, 17. November 2019 um 19:00 Uhr

Bad Säckingen

Der BUND Hochrhein und Lörrach will beim Artenschutz auf den auf Dialog mit der Politik und den Landwirten setzten.

Die Regionalversammlung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hochrhein und Lörrach) hat in Bad Säckingen im Margarethenschlössle getagt. Dabei stand das Volksbegehren zum Artenschutz im Mittelpunkt.

Regionalgeschäftsführer Ulrich Faigle gab einen kleinen Einblick zum Volksbegehren. "25 Prozent der Vögel am Bodensee sind seit 1980 verschwunden", so Faigle. "Das Volksbegehren geht nicht gegen die Bauern, sondern gegen das Artensterben", betonte Faigle. Positiv sieht er den Ökolandbau. Der fördere Artenvielfalt und Biodiversität. Hier müssten für die Landwirte anreize geschaffen werden wie beispielsweise individuelle Förderungen.

"Wir brauchen den Druck aus der Bevölkerung für eine Veränderung" Josef Burghardt-Bergér

"Es muss ein Umdenken im Gebrauch von Pestiziden stattfinden, aber der Landwirt muss überleben können", erklärte Faigle. Für das Volksbegehren sammelt der BUND Unterschriften. Durch eine neue Entwicklung wird aktuell das Eckpunktepapier "zum Schutz der Insekten in Baden Württemberg" erstellt. Dieses sei eine Weiterentwicklung des Gesetzentwurfes "Rettet die Bienen". "Der BUND ist guten Willens das Eckpunktepapier durchzusetzen. Ich persönlich sehe den Dialog positiv", sagte Irene Blaha vom Regionalverband.

Josef Burghardt-Bergér, Vorsitzender des BUND Kreisverbands Waldshut, riet den Mitgliedern, trotzdem eine Unterschrift für das Volksbegehren zu leisten. "Wir brauchen den Druck aus der Bevölkerung für eine Veränderung", sagte er. Die Gemeinden hätten laut Burghardt-Bergér das Papier bis zum 17. Januar vorliegen. "Mitte Dezember wird über das Eckpunktepapier entschieden", so Faigle.

"Die Bewahrung der Artenvielfalt ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Sonst haben auch wir Menschen dauerhaft keine Überlebenschance" Ulrich Faigle

"Der Grund, dass wir uns heute treffen, ist eine Quervernetzung herzustellen und uns zu verknüpfen", sagte Irene Blaha. Der BUND hat insgesamt fünfzehn Ortsgruppen in den Landkreisen Lörrach und Waldshut. In diesem Jahr wurden laut Faigle einundzwanzig Veranstaltungen für das Erlebnisprogramm angeboten und von 300 Gästen besucht. Für das nächste Programm mit dem Titel: "Klimaauswirkung praktisch vor Ort" würden aktuell Ideen für Aktionen gesammelt.

"Die Bewahrung der Artenvielfalt ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Sonst haben auch wir Menschen dauerhaft keine Überlebenschance", sagte Ulrich Faigle zum Abschluss der Versammlung.Der
BUND Bad Säckingen trifft sich alle zwei Monate im Haus Fischerzunft. Vorsitzende ist Wioletta Koch (Tel. 07761 3705)

Der BUND Hochrhein im Internet unter http://www.bund-hochrhein.de