Neues im Fensterstreit

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Von epd

Di, 12. Januar 2021

Kultur

Hannover: Architekten-Erbe legte Berufung ein.

Der Rechtsstreit um das von Altkanzler Gerhard Schröder gestiftete "Reformationsfenster" für die Marktkirche in Hannover geht in eine neue Runde. Der Anwalt des Architekten-Erben Georg Bissen, Frank Meier, legte Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Hannover ein. Bissen will verhindern, dass das 13 Meter hohe Buntglasfenster an der Südseite der Marktkirche eingebaut wird. Das Landgericht hatte die Installation in erster Instanz erlaubt. Das 150 000 Euro teure Fenster mit Motiven zur Reformation wurde von Markus Lüpertz entworfen.

Meier sagte, er sehe nach einer ersten Prüfung des Urteils gute Gründe für eine Berufung. Sein Mandant hatte geltend gemacht, das Buntglasfenster passe nicht in die spätgotische Kirche und beeinträchtige die Optik des schlichten Kirchenraums. Bissen hält die Urheberrechte am Werk seines Stiefvaters Dieter Oesterlen, nach dessen Plänen die im Krieg zerstörte Kirche dann nach 1946 wiederaufgebaut und neu gestaltet worden war. Das Kunstwerk wurde von der Glasmanufaktur Derix im hessischen Taunusstein bereits weitgehend fertiggestellt.