Niederlage für Germanwings-Angehörige

dpa

Von dpa

Mi, 15. September 2021

Panorama

Richter lehnen zusätzliches Schmerzensgeld ab / Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In einem Prozess um zusätzliches Schmerzensgeld nach dem Germanwings-Absturz vor mehr als sechs Jahren haben die Hinterbliebenen eine Niederlage einstecken müssen. Die Richter am Oberlandesgericht (OLG) Hamm wiesen am Dienstag die Berufungsklage mehrerer Angehöriger zurück, die von der Germanwings-Mutter Lufthansa zusätzliches Schmerzensgeld in Höhe von 30 000 Euro gefordert hatten.

Die Richter des OLG bestätigten das Urteil der ersten Instanz. Wie schon das Landgericht Essen vertraten sie in der mündlichen Verhandlung die Auffassung, die medizinische Überwachung der Piloten sei eine hoheitliche Aufgabe des Staates. Insofern sei die Lufthansa nicht der richtige Adressat für die zudem nicht ausreichend konkret begründeten Schadensersatzansprüche.

Am 24. März 2015 hatte den Ermittlungen zufolge der früher unter Depressionen leidende Co-Pilot das Flugzeug in den französischen Alpen absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Dabei kamen alle 150 Insassen ums Leben. Die Kläger warfen der Lufthansa Versäumnisse bei den flugmedizinischen Untersuchungen vor und halten das gezahlte Schmerzensgeld nicht für ausreichend. So seien die Fliegerärzte nicht gründlich genug gewesen und hätten Hinweise auf die Vorerkrankung des Mannes ignoriert. "Wenn die Mediziner ihre Aufgabe ernst genommen hätten, wäre der Unfall höchstwahrscheinlich nicht passiert", sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das OLG ließ die Revision nicht zu. Dagegen können die Kläger Beschwerde einlegen.