Niederweiler erwartet Großbaustelle

Volker Münch

Von Volker Münch

Do, 29. April 2021

Müllheim

Regierungspräsidium will im Herbst die Weilertalstraße sanieren, die Stadt möchte sich mit eigenen Projekten dranhängen.

. Auf Niederweiler kommt eine Großbaustelle zu: Das Regierungspräsidium Freiburg will die Weilertalstraße sanieren, und die Stadt möchte die Gelegenheit nutzen und selbst verschiedene Projekte umsetzen, wenn die Straße aufgerissen wird. Darüber informierte der künftige Dezernent für Tiefbau, Ronny Biesinger, den Ortschaftsrat von Niederweiler.

Biesinger ist erst seit wenigen Wochen bei der Stadtverwaltung tätig, hat sich aber bereits in verschiedene Themen eingearbeitet. Noch führt er gemeinsam mit Siegmar Geisert als Fachbereichsleiter die Tiefbauabteilung im Baudezernat, wird aber in nächster Zeit, sobald Geisert in den Ruhestand geht, den Fachbereich als eigenständiges Dezernat führen. Der 42-jährige Ingenieur sieht es deshalb als seine Aufgabe, Kontakte auch zu den Ortsteilen zu suchen, sich möglichst rasch einen Überblick über die Themen zu verschaffen und Anregungen für die weiteren Überlegungen und Planungen mitzunehmen. "Mir ist wichtig zu wissen, wo Ihnen der Schuh drückt", sagte Biesinger.

Gleich mehrere Themen hatte er im Gepäck, darunter auch die vom Regierungspräsidium geplante Sanierung der Weilertalstraße. "Das ist für uns die Gelegenheit, eigene Projekte in das Straßenbauprojekt zu integrieren", erklärte der künftige Dezernent. Wegen eines hydraulischen Problems, das der Stadt Sorge bereitet steht dabei ein Entlastungskanal im Straßenabschnitt Richtung Lipburg im Mittelpunkt. Ferner soll ein Teil der Gasleitung im Bereich der Abzweigung zum Gottsackerweg erneuert werden. Auf dem Plan stehen auch die Erneuerung der Gehwege und die Überarbeitung der Bushaltestelle mit einem sogenannten "Kassler Bord" – einer Erhöhung, die den Ein- und Ausstieg erleichtern soll.

Ein weiteres Projekt ist, die Situation an der Ampel beim Fußgängerüberweg im Bereich des Hieber-Lädele zu verbessern. Um Konflikte zwischen anhaltenden Autos vor der Ampel, Fußgängern und Autofahrern, die auf den Parkplatz bei Hieber fahren oder ihn verlassen wollen, zu lösen, möchte die Stadt die Einfahrt in Richtung Westen verschieben. Dort existiert bereits eine Absenkung des Bordsteins.

Andere Ideen aus der Stadt werden wohl aus Sicht des Regierungspräsidiums als Projektträger für die Straßensanierung nicht in Erfüllung gehen. So erteilte die Behörde bereits eine Absage für eine vorgeschlagene Kreisverkehrsanlage an der Abzweigung zum Gottsackerweg. Darüber hinaus soll der Gehsteig auf der Nordseite der Straße in Richtung Müllheim im Zuge der Bauarbeiten zurückgebaut werden. "Ich sehe keine Verbesserung für den Fahrradverkehr", stellte Ortschaftsrat Jürgen Hauke fest. Das sei auch nicht wirklich vorgesehen, bedauerte Biesinger. Trotzdem wolle er Ideen und Anregungen mitnehmen und auf eine Realisierung prüfen, betonte der Ingenieur.

"Es wird keine einfache Baustelle"

Eine große Herausforderung wird die Umsetzung der Baustelle und die notwendige Verkehrsregelung werden. Biesinger rechnet mit einer Bauzeit von etwa vier Monaten, vorausgesetzt die folgende kalte Jahreszeit macht den Firmen keinen Strich durch die Rechnung. Geplanter Baubeginn: vermutlich im September, so die Auskunft der Behörde an die Stadt. Ob der Baubeginn tatsächlich dann sein wird, hängt aber noch von der finanziellen Situation des Regierungspräsidiums und vom Ergebnis der Ausschreibung der Arbeiten ab, ergänzte Biesinger.

"Es wird keine einfache Baustelle", ordnete Ronny Biesinger das Projekt ein. Busverkehr und Lieferverkehr gerade beim Hieber-Lädele erschweren eine flüssige Verkehrsführung. Man geht davon aus, dass der Verkehr halbseitig an den jeweiligen Bauabschnitten vorbeigeführt werde. Im Bereich des Einbaus des Entlastungskanals soll der Verkehr um die Baustelle herumgeführt werden, erklärte der Ingenieur.

Eine Absage erteilte das Regierungspräsidium wohl auch einer Einfädelungsmöglichkeit des Fahrradverkehrs aus dem Gottsackerweg über die Weilertalstraße auf den Radweg. Hier habe die übergeordnete Behörde erklärt, die Radfahrer sollen auf der Nordseite bis zur Ampelanlage zurückfahren, dort queren und dann den Weg in Richtung Müllheim weiter fortsetzen. "Das ist fern jeglicher Realität", bewertete Ortsvorsteher Friedrich Schneider diese Verkehrsführung.