Nisthilfe für Störche

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Di, 13. April 2021

Sasbach

Baumpfleger bauen Nestrohling in hoher Föhre neben der Sasbacher Pfarrkirche.

. Die Störche, die sich kürzlich auf dem Pfarrhaus-Kamin niederlassen wollten und gleich mit dem Nestbau begonnen hatten (die BZ berichtete), haben einige auf den Plan gerufen. Dank des Engagements von Corinna Ringswald, Ulrike Friedrich und Josef Langenbacher, wurde am Freitagmorgen auf einer rechts neben der St. Martinkirche stehenden Föhre in 20 Meter Höhe ein "Luxusappartement mit Aussicht" geschaffen.

Vor zwei Wochen musste das bereits im Bau befindliche Storchennest auf dem Schornstein des Pfarrhauses entfernt werden. Nun wurde mithilfe des Storchenbeauftragten Gustav Bickel eine Alternative gefunden. Bickel, der mit Corinna Ringswald und Ulrike Friedrich vom Nabu auf einem Vororttermin in Sasbach unterwegs war, um den idealen Platz für die Störche zu finden, wurde von Josef Langenbacher auf die große Föhre neben der Pfarrkirche hingewiesen. Nach eingehender Prüfung konnten am Freitagmorgen die von Langenbacher organisierten Baumpfleger Christoph Schaab und Daniel Baur im Auftrag der Firma Kay Busemann ans Werk gehen. Die erfahrenen Baumpfleger kletterten bis zur Spitze der Föhre, wo sie die oberen Äste des 20 Meter hohen Nadelbaumes kappten und zu einem provisorischen Nest formten. Um den Störchen das neue Heim schmackhaft zu machen, wurde es schließlich noch mit weichen Gräsern ausgepolstert. Weiße Wandfarbe fungierte zum Schluss des Einsatzes noch als "Storchen-Kot-Imitat". Störche lassen sich gern in augenscheinlich schon einmal bewohnten Nestern nieder. Die Aktion dauerte gerade mal zwei Stunden. Alle hoffen, dass die Störche das neue Nest entdecken und auch beziehen.

Der Dank von Ulrike Friedrich, Corinna Ringswald und Josef Langenbacher gilt auch der Gemeinde, die die Kosten des Einsatzes übernimmt, und ganz besonders dem Storchenbeauftragten Gustav Bickel aus Opfingen. Bickel ist Vorstand des Vereins "Weißstorch Breisgau" und derzeit fast täglich ehrenamtlich unterwegs, um Storchennester zu begutachten und Nestrohlinge zu bauen. Unter anderem dank der Arbeit des Vereins ist die Population der Weißstörche in der Region in den letzten Jahren auf eine erfreuliche Anzahl gestiegen. Nun bleibt abzuwarten, ob sich einige davon in Sasbach niederlassen. Ein Storchenpaar sichtete man auf dem Jechtinger Kirchendach. Vielleicht entdecken sie das Nest in Sasbach.