Genossenschaft

"Notarztversorgung in der Ortenau ist gesichert"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 12. Dezember 2021 um 17:00 Uhr

Offenburg

Das Ortenau Klinikum und das genossenschaftliches Netzwerk HonMed bereiten die Neuorganisation der notärztlichen Versorgung ab 2022 in der Ortenau vor.

Weil das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zum Jahresende aus der Organisation aussteigt, musste der Notarztdienst in der Ortenau neu organisiert werden. Der Versuch, die Notärzte allein am Ortenau Klinikum anzusiedeln, war gescheitert. Zum neuen Jahr geht nun ein ein Modell an den Start, für das in Offenburg ein Department Notfallmedizin geschaffen wird und in dem die Notärzte im sogenannten Netzwerk "HonMed" genossenschaftlich organisiert sind.

Um weiterhin eine sichere und gute Notfallversorgung im Ortenaukreis zu gewährleisten, hat der Kreistag – wie berichtet – im Juli mit großer Mehrheit grünes Licht für eine Neuorganisation der notärztlichen Versorgung im Ortenaukreis gegeben. Ab dem 1. Januar 2022 wird die Besetzung der Notarztdienste durch ein Department Notfallmedizin am Ortenau Klinikum sowie durch Notärzte sichergestellt, die im Netzwerk HonMed eG genossenschaftlich organisiert sind. Die HonMed eG ist spezialisiert auf die Organisation und Durchführung ärztlicher Dienstleistungen, vor allem die Besetzung von Notarzteinsatzfahrzeugen. Durch einen Vertragsabschluss haben der Ortenaukreis und die HonMed eG kürzlich die Zusammenarbeit bei der Sicherstellung der Notarztversorgung besiegelt.

Die nun gefundene Alternative bindet die freien Mediziner wie beispielsweise niedergelassene Ärzte enger ein. Diese bieten ihre Leistungen nach dem nun gefundenen Modell über eine Genossenschaft an, bei der sie als selbstständige Unternehmer geführt werden – ein Modell, wie in der Vorberatung deutlich wurde, mit dem die Arbeitszeitvorgaben angestellter Mediziner umschifft werden können.

Der Vertrag sieht laut einer Mitteilung des Ortenau Klinikums insbesondere vor, dass die HonMed eG an den Standorten Achern, Ettenheim, Kehl, Lahr, Neuried und Oberkirch werktags von 16 bis 8 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen durchgängig die notärztliche Versorgung sicherstellt.

Das am Ortenau Klinikum neu etablierte Department Notfallmedizin wird an diesen Standorten werktags von 8 bis 16 Uhr die notärztliche Versorgung gewährleisten. Am Standort Offenburg wird gemäß Kreistagsbeschluss ab 1. Januar 2022 eine 24/7-Abdeckung durch das Ortenau Klinikum gewährleistet werden – also rund um die Uhr. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. Vor Ablauf dieser Frist wird der Kreistag die Neuordnung der notärztlichen Versorgung evaluieren.

Netzwerk wächst auf rund 600 aktive Mitglieder

"Die Notfallversorgung ist ein hochkomplexes und hochwichtiges Thema. Ich freue mich sehr, dass wir mit der HonMed eG und den genossenschaftlich organisierten Ärzten kompetente Partner für diese wichtige Aufgabe haben. Zudem ist unser Department Notfallmedizin sehr innovativ und hat deutschlandweit Pilotcharakter. Jetzt wie in der Zukunft", betont Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. Die Notfallversorgung im Kreis werde durch das Department und die Zusammenarbeit mit der HonMed gestärkt. "Die HonMed eG freut sich auf die Kooperation mit dem Ortenau-Klinikum und begrüßt die etablierten Notärztinnen und Notärzte aus dem Ortenaukreis als Neumitglieder in der Genossenschaft.

Das Netzwerk der HonMed wächst auf etwa 600 aktive Mitglieder und auch die überregionale Sicherung des Notarztdienstes wird durch die neue Zusammenarbeit gestärkt", so wird HonMed-Vorstand Christian Strunz in einer Mitteilung zitiert. Zum Leistungsspektrum des Departments Notfallmedizin zählen neben der strukturierten Organisation und Steuerung der Besetzung der Notarztdienste im Ortenaukreis die Personalakquise von Notärzten sowie die Aus- und Weiterbildung qualifizierter Ärztinnen und Ärzte. Dadurch soll sukzessive der bestehende Pool an qualifiziertem notärztlichem Personal weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus ist das Department Notfallmedizin laut Klinikum verantwortlich für die Überwachung und Einhaltung von Qualitätssicherungskriterien sowie für die Einführung einheitlicher Versorgungsstandards im Ortenaukreis.