Schmiergeld-Affäre

Novartis schließt in USA millionenschwere Vergleiche

afp, dpa

Von afp & dpa

Do, 02. Juli 2020 um 19:16 Uhr

Wirtschaft

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA zwei Millionenvergleiche geschlossen. Damit legt der Konzern mit Sitz in Basel eine Schmiergeld-Affäre bei.

Das Unternehmen zahle fast 730 Millionen Dollar (650 Millionen Euro), um zwei Verfahren abzuschließen, teilte Novartis am Donnerstag mit.

Der größte Teil, 678 Millionen Dollar, entfällt demnach auf eine juristische Auseinandersetzung über fragwürdige Zahlungen an Ärzte. Novartis soll über Jahre hunderte Millionen Dollar für Konferenzen ausgegeben haben, bei denen Mediziner auftraten, die besonders häufig Medikamente des Konzerns verschrieben.

Laut US-Justizministerium dienten die Honorare für die Ärzte dem Zweck, dass sie weiterhin und möglichst noch öfter zu Novartis-Produkten greifen. Neben direkten Zahlungen seien die Mediziner mit extravaganten Mahlzeiten und teuren Drinks umworben worden.

In dem anderen Rechtsstreit ging es um den Vorwurf, der Konzern habe über drei Stiftungen Zahlungen an Patienten geleistet, die mit zwei Novartis-Medikamenten gegen Multiple Sklerose und Nierenkrebs behandelt wurden. Wegen dieses Falls zahlt Novartis den Angaben zufolge 51,25 Millionen Dollar.

Novartis legt mit dem Vergleich nach eigenen Angaben laufende Rechtsstreitigkeiten aus den Jahren zwischen 2002 und 2011 sowie 2010 und 2014 bei. Konzernchef Vasant Narasimhan erklärte am Donnerstag, das Unternehmen wolle frühere Regelverstöße aufklären und daraus lernen.