Ortenaukreis

Der Obstgroßmarkt schließt drei Standorte

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 06. Oktober 2020 um 08:20 Uhr

Offenburg

Betroffen sind Stadelhofen, Bühl und Sasbach. Damit reagiert das Unternehmen auf die aktuellen Entwicklungen und den stetigen Rückgang der Zahl der anliefernden Betriebe seit 2005.

Vor einem Jahr ist die Annahmestelle Ortenberg des Obstgroßmarkts Mittelbaden vergeben worden an Kiefer Obstwelt. Die jetzt bekanntgegebenen Schließungen von Betriebsstellen betreffen hauptsächlich das nördliche Einzugsgebiet ab Achern. Die OGM Obstgroßmarkt Mittelbaden eG in Oberkirch verschlankt ihre Logistikstruktur und schließt zum 31. Dezember die Sammelstellen in Sasbach und Stadelhofen sowie 2021 in der Draisstraße in Bühl, heißt es in einer Pressemitteilung. Ab der Saison 2021 wird für die Erzeuger aus der Region die Obstannahme in Achern beziehungsweise Oberkirch gebündelt. Den Schließungen seien Analysen zur Nutzung und Auslastung vorausgegangen.

In Bühl und Achern liefern noch 360 Betriebe an

Die Schließung der Sammelstandorte sei Teil einer Umstrukturierung des sehr kleinteiligen Systems von Annahmestellen. Die OGM reagiere damit auf eine sich stark verändernde Erzeugerstruktur. So sei die Zahl der anliefernden Betriebe in Bühl und Achern von 2700 im Jahr 2005 auf 360 zurückgegangen. Sasbach wurde vergangenes Jahr noch von 30 Betrieben genutzt – gegenüber 300 im Jahr 2005. "Betriebswirtschaftlich ist dies nicht mehr zu rechtfertigen", erklärt Marcelino Expósito, Geschäftsführender Vorstand der OGM, und betont: "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Mitgliedern, für die wir verlässlicher Partner sein wollen. Daher müssen wir auf Veränderungen in der Erzeugerstruktur reagieren."

Die Zahl der OGM-Obsterzeuger habe sich von 5400 im Jahr 2005 auf mittlerweile 1200 verringert. Gleichzeitig habe sich die Menge der angelieferten Ware pro Betrieb erhöht.

Prozesse sollen kostengünstiger gestaltet werden

"Durch die Verdichtung der Annahmestrukturen gelingt es uns, die Prozesse effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Einheitlichere Qualitätskontrollen helfen uns, die eigenen Qualitätsansprüche voranzutreiben und Reklamationen zu reduzieren. Durch erweiterte und flexiblere Annahmezeiten schaffen wir einen Mehrwert für unsere Erzeuger", so Expósito. Daher habe die Genossenschaft für den Umbau Verständnis und Zustimmung seitens der Erzeuger erhalten. "Letztlich können wir dank der Maßnahmen mit einer Kosteneinsparung in Höhe von einer halben Million Euro pro Jahr kalkulieren. Davon werden wir in diesem Jahr bereits 300 000 Euro realisieren", so Expósito.

Die Obstgroßmarkt Mittelbaden eG beschäftigt 80 Menschen, die einen Umsatz von 40 Millionen Euro erwirtschaften.