Ortschaftsrat will Autos ausbremsen

Axel Reibel

Von Axel Reibel

Sa, 19. Oktober 2019

Neuried

Am Ortsausgang Richtung Ichenheim wird oft gerast / Eine Überquerungshilfe soll Abhilfe schaffen.

NEURIED-SCHUTTERZELL (axre). Das Baugebiet Krummatt-Erweiterung soll 2021 endgültig ausgebaut und die Schubertstraße, die ins Baugebiet führt, soll bereits im kommenden Jahr mit einer Linksabbiegespur und einer Querungshilfe zur Geschwindigkeitsbegrenzung angebunden werden.

Schon 2016 war im Zuge des Bebauungsplanes vorgesehen, die Kreisstraße 5339 am nördlichen Ortseingang mit einer Abbiegespur in die Schubertstraße sowie mit einem Fahrbahnteiler als Querungshilfe zu versehen. Damit sollten Fahrzeuge ausgebremst werden. Anwohner hatten sich immer wieder über hohe Geschwindigkeiten am Dorfeingang beschwert. Die Planung war genehmigt worden und ist umsetzungsreif. Damals wurden Kosten von 150 000 Euro veranschlagt. Ortsvorsteher Thomas Eble sagte in der öffentlichen Sitzung am Mittwoch, dass der Endausbau nun ab 2021 kommen soll. Die Bauplätze seien alle verkauft, 2020 rechnet er mit vollständiger Bebauung.

Dem Rat ist der Umbau eigentlich zu teuer

In einer Sitzung im Jahr 2016 hatte der Ortschaftsrat einen Antrag zur Fertigstellung hinausgeschoben, um eine Verkehrsschau 2017 abzuwarten. Dort sollten günstigere Alternativen zur Linksabbiegespur und der Querungshilfe geprüft werden. Allerdings konnten die zuständigen Verwaltungsbehörden keine Alternativen bieten. Lediglich die Versetzung des Ortsschildes in Richtung Norden wurde sofort angegangen, um eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer anzuordnen. Das habe wenig Erfolg gezeigt, wie Eble im Ortschaftsrat berichtete.

Wolfgang Hügli (FWV) bestätigte: Er sei ortsauswärts fahrend (mit Tempomat 55 Stundenkilometer eingestellt) stramm überholt worden. Der Ortschaftsrat beschloss deshalb, den Ausbau vorzuziehen und ohne im Haushalt eingestellte Mittel zu beantragen, um die Gefahren zu reduzieren.

Joachim Eichner (CDU) stimmte dagegen mit der Begründung: "Eine schlechte Lösung für viel Geld". Der Umbau werde wohl teurer als die 2016 veranschlagten Kosten. Die Straße um die Querungshilfe sei zudem zu breit, um eine wirkungsvolle Reduzierung der Geschwindigkeit zu erzwingen, befand Eichner.

Die Diskussion im Ortschaftsrat brachte überdies zu Tage, dass Schubert nicht gleich Haydn ist: Klaus Hasis (FWV) merkte an, dass das Straßenschild an der Einmündung der Zufahrtsstraße ins Neubaugebiet nicht auf die Schubertstraße verweist. Auf dem Schild sei Haydnstraße vermerkt. Tatsächlich ist nur der hintere U-förmige Teil der Straße als Haydnstraße benannt. Die eigentliche Zufahrt von der Kreisstraße her muss richtigerweise Schubertstraße heißen. Der Ortsvorsteher versprach, sich der Sache anzunehmen.