Ortskern soll attraktiver werden

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Fr, 03. Juli 2020

Gundelfingen

Gundelfingen stimmt für Einzelhandels- und Gewerbeflächenkonzept / Nahversorgung im Zentrum.

. Hemden, Haferflocken, Haarwaschmittel – alles für den täglichen Bedarf sollen Gundelfinger in den Geschäften des Ortskerns erhalten. Für Kleiderschränke und neue Duschköpfe hingegen müssen sie etwas weitere Wege in Kauf nehmen. So will es das neue Einzelhandels- und Gewerbeflächenentwicklungskonzept 2030, das der Gemeinderat nun beschlossen hat – und zwar einstimmig. Zuvor hatten bereits die Mitglieder im Bauausschuss ein klares Votum für das neue Konzept abgegeben.

Im Wesentlichen geht es darum, die knappen Gewerbeflächen auch tatsächlich für Gewerbetreibende zu reservieren. Gleichzeitig soll der Ortskern an Attraktivität gewinnen, damit die Wege für Gundelfinger kürzer und konsumfreudige Menschen aus dem Umland angelockt werden. Daher soll sich künftig zentrenrelevanter Einzelhandel (Lebensmittel, Bekleidung, Drogerieartikel) nicht mehr in den Gewerbegebieten, sondern nur noch in der Ortsmitte ansiedeln. Kürzlich lehnte der Rat den Wunsch von Aldi ab, sich im Gewerbegebiet zu vergrößern.

Diskussionsbedarf gab es im Gemeinderat und bei den Trägern öffentlicher Belange über die Festlegung, was als zentrenrelevant gilt. So stufte das mit dem Konzept beauftragte Regionalentwicklungsbüro Acocella Campingartikel und Computer als zentrenrelevant ein, was der Handelsverband Südbaden in einer Stellungnahme kritisierte.

Wunsch nach Ausweisung eines Gewerbegebietes

Schließlich würden Campingartikel nicht täglich, sondern eher periodisch nachgefragt und "in der Regel nicht fußläufig eingekauft". Dies sahen einige Räte ähnlich. "Ich glaube nicht, dass Menschen Gasflaschen für ihren Campingkocher in der Ortsmitte einkaufen müssen", sagte Michael Hornbruch (Freie Wähler). Die Gutachter argumentierten hingegen, dass Camping- – ähnlich wie Sportartikel – die Vielfalt im Ort stärkten. Aus dem gleichen Grund soll es auch möglich sein, Computerbedarf innerorts anzubieten.

Ansonsten begrüßten die Freien Wähler, CDU, SPD und Grüne das Konzept. Christoph Greiner (CDU) sprach von einer "sehr guten Versorgungslage", die es gelte, weiterzupflegen. Bruno Zimmermann (SPD) betonte, dass sich die bisherige Gundelfinger Strategie bewährt habe, weil die Ortsmitte im Gegensatz zu der anderer kleiner Gemeinden im Dunstkreis einer Großstadt noch nicht verödet sei. Zugleich mahnte er an, dass "keine zusätzlichen Gewerbeflächen vom Himmel fallen", weswegen es erforderlich sei, ein weiteres Gewerbegebiet auszuweisen. Evi Tondré (Grüne) wünschte sich mehr Schattenplätze im Ortskern und mindestens eine Gastronomie mit Außenbewirtung, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.