Medizinische Versorgung

Ausgebildete Hebammen sollen in Bangladesch Schwangeren helfen – statt Gebete

Julia Wadhawan

Von Julia Wadhawan

Mo, 14. Januar 2019 um 16:37 Uhr

Panorama

BZ-Plus In Bangladesch sollen ausgebildete Hebammen dafür sorgen, dass weniger Mütter und Kinder sterben – vor allem in Flüchtlingscamps. Ohne nicht ausgebildete Kolleginnen ist das aber fast nicht möglich.

Das Geheimnis einer sicheren Geburt war für sie ein Gebet. Wann immer Dildar Begum einem Kind auf die Welt half, sprach sie die heiligen Worte sieben Mal und weihte so das Wasser, das sie der Mutter zu trinken gab. Starb die Frau, war es eben Gottes Wille. Kanata Akter denkt anders: Das Geheimnis einer sicheren Geburt ist medizinisches Wissen. Denn in ihrer Ausbildung lernte sie, dass hoher Blutdruck und Schwindel auf eine Schwangerschaftserkrankung hinweisen, an der Frauen sterben können. Sie lernte, wie sie Risikofälle erkennt und behandelt – und dass der Tod in den meisten Fällen leicht vermeidbar ist.

Dildar Begum und Kanata Akter: Beide sind Hebammen in Kutupalong in Bangladesch, dem größten Flüchtlingslager der Welt, in dem die aus Myanmar vertriebenen Rohingya leben. Dildar Begum ist 45 Jahre alt. In ihrem Heimatland Myanmar war sie eine Dai, eine traditionelle Geburtshelferin. Ihr Wissen will Dildar Begum von Gott erfahren haben, da war sie 19. Kanata Akter ist 21 – und eine der ersten professionellen Hebammen des Landes. Künftig sollen Dais keine Geburtshilfe mehr leisten, sondern nur noch Frauen wie Akter. Wirklich etwas verändern können sie jedoch nur gemeinsam –, schon weil das Vertrauen der werdenden Mütter erst gewonnen werden muss.



Seit Jahren geht die Sterblichkeitsrate ...

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