Jahresabschlussübung

Feuerwehr Glottertal übt Evakuierung und Löschung einer brennenden Pension

Christian Ringwald

Von Christian Ringwald

Mo, 25. November 2019 um 12:30 Uhr

Glottertal

Gäste und Bauarbeiter geraten in einem brennenden Gasthaus in Not: Anhand dieses Szenarios probt die Feuerwehr Glottertal den Ernstfall. Nach 45 Minuten ist der Einsatz mit Bravour abgeschlossen.

Rund 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz probten bei der Jahresabschlussübung in Glottertal den Ernstfall. Angenommen wurde dabei ein Brand bei den aktuellen Bauarbeiten in der Pension Faller von Familie Heizmann. Schnell verrauchte das gesamte Gebäude einschließlich der elf Gästezimmer, so dass einige Gästen den Fluchtweg abgeschnitten war. Außerdem "verunglückte" ein Bauarbeiter beim Versuch, sich in Sicherheit zu bringen.

Bürgermeister Karl-Josef Herbstritt und Kommandant Daniel Reichenbach zeigten sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden, die Andreas Reichenbach leitete. Neben der Feuerwehr Glottertal war auch die von Heuweiler mit 16 Mann, 13 Mitglieder der DRK-Bereitschaft Glottertal sowie die Denzlinger Drehleiter mit drei Mann Besatzung vor Ort. Menschen retten, Feuer löschen, das sind die Stichwörter, die am Samstagnachmittag abzuarbeiten waren.

Auch die Glotter wird zur Wasserversorgung angezapft

Die Pension Faller liegt in Unterglottertal neben dem Gasthaus Adler direkt an der Landesstraße, ist aber einige Meter von der Straße zurückversetzt. Um den Verkehr auf der Straße nicht allzu sehr zu behindern, wurden die Fahrzeuge ein paar Meter abseits, vor dem "Adler" und vor der Schreinerei Disch, platziert. Die Einfahrt würde für die Drehleiter freigehalten. In den ersten Sekunden, so erklärte Richard Flamm, der die Übung für die zahlreichen Gäste gewohnt fachkundig kommentierte, gelte es Fehler zu vermeiden, die im Ernstfall später nicht mehr korrigiert werden könnten. Deshalb würden die Löschfahrzeuge eher ein paar Meter weg vom Objekt als in einer Einfahrt platziert. Im Ernstfall wären sie wohl auf der Landesstraße aufgestellt worden.

Während Einsatzleiter Andreas Reichenbach die Lage vor Ort erkundete, richteten sich die eintreffenden Atemschutzträger für ihren Einsatz, zugleich verlegten weitere Kameraden schon die ersten Schläuche. Eines der drei Löschfahrzeuge fuhr gleich bis zur Wissereckstraße, um aus der Glotter Wasser zu fördern. Direkt vom Schlauchwagen aus wurden zwei B-Rohre zu den beiden Löschfahrzeugen nahe dem Objekt verlegt. Über Tragkraftspritzen wurde das Wasser aus der Glotter gepumpt. Die Erstversorgung erfolgte aus einem Hydranten auf dem Gelände.

Die Bergung eines abgestürzten Bauarbeiters war eine Spezialaufgabe

Wenige Sekunden nach den Glottertälern traf auch die Feuerwehr Heuweiler am Einsatzort ein und platzierte ihr Löschfahrzeug ebenfalls vor dem Adler. Die Kameraden aus Heuweiler bauten zur Versorgung ihres Löschfahrzeugs ebenfalls eine Wasserversorgung von der Glotter aus auf. Für die Verkehrsregelung waren die Polizeibeamten vom Posten Gundelfingen vor Ort. Viele Verkehrsteilnehmer passierten die "Unglücksstelle" nur im Schritttempo, schließlich wollten sie einen Blick auf das Geschehen werfen.

Über Schiebe- und Anstellleitern "retteten" Glottertäler Kameraden Personen aus dem hinteren Gebäudeteil, während vorn die Drehleiter zur Menschenrettung aus dem zweiten Obergeschoß aufgestellt wurde. Die "Geretteten" wurden von der Feuerwehr dem DRK übergeben und zum zentralen Verbandsplatz vor der Schreinerei Disch geleitet.

Eine Spezialaufgabe war die Bergung des abgestürzten Bauarbeiters; wegen dem Verdacht einer Verletzung der Wirbelsäule musste hier besonders schonend und vorsichtig agiert werden. Diese Aufgabe wurden der Feuerwehr Heuweiler zugewiesen, die sie im Zusammenspiel mit der Denzlinger Drehleiter mit Bravour erledigte. Zur Bergung des Verunglückten wurde auf den Korb der Leiter extra eine Rettungswanne moniert, mittels derer die Person schonend geborgen werden konnte. Im Ernstfall, so Richard Flamm, könnte auch ein Notarzt mit im Korb sein.

Rund 100 Bürger verfolgten die Übung der Glottertäler Wehr

Das angenommene Feuer war klein, allerdings mit enormer Rauchbildung. So gab es keinen Vollbrand und somit musste auch so gut wie nicht gelöscht werden. Genau 45 Minuten nach Alarmierung waren alle Bewohner sowie die drei Bauarbeiter gerettet, das Feuer war gelöscht und die Übung somit beendet. Die Rettungskräfte waren mit insgesamt zehn Fahrzeugen und rund 60 Personen, davon 16 von der Feuerwehr Heuweiler, sowie zwei Polizeibeamten vor Ort. Neben Bürgermeister Herbstritt, seinem Vorgänger im Amt, Eugen Jehle, und einigen Gemeinderäten verfolgten rund 100 Personen die Übung. Als kleines Bonbon zum Abschluss durften Zuschauer einmal mit der Drehleiter das Objekt von oben betrachten.

An Ort und Stelle wurden die Fahrzeuge wieder für einen möglichen Ernstfall vorbereitet, ehe es dann ins Feuerwehrgerätehaus zur Abschlussbesprechung und einem stärkenden Vesper mit Umtrunk ging. Als sachkundiger Beobachter war Kommandant Jens Lapp von der Feuerwehr Gundelfingen vor Ort. Die Übung habe einmal mehr gezeigt, so Bürgermeister Herbstritt, dass die Feuerwehr gut ausgebildet und ausgerüstet sei; das sei beruhigend und gebe Sicherheit.

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