Klassik-Interview

Pianistin Vetter: "Der Saal schreit nach Publikum"

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Do, 28. Mai 2020 um 20:15 Uhr

Klassik

BZ-Plus Sophie-Mayuko Vetter ist eine vielseitig interessierte und begabte Künstlerin. Im Interview spricht die Pianistin über die Corona-Krise und erklärt, wie diese viele Musiker verstummen lässt.

BZ: Frau Vetter, wann sind Sie zum letzten Mal öffentlich aufgetreten?
Vetter: Das war am 2. März – kurz vor dem Shutdown – mit Beethoven. Es war für mich ein ergreifendes Erlebnis. Denn danach wurden wir als Musiker ja der Unmittelbarkeit unserer Sprache beraubt.

BZ: Was macht dieses Nicht-Auftreten-Können mit Ihnen als Musikerin?
Vetter: Sehr vieles. Wir als Künstler würden so gerne den Menschen im Publikum zuspielen, Trost spenden – das ist zur Zeit nicht möglich. Und das ist eine ganz surreale Situation. Etwa der tägliche Livestream mit den Mitgliedern der Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle. Auch wenn es derselbe Saal mit seiner wunderbaren Akustik ist – er ist tränenverhangen. Der Saal schreit nach Publikum, sagte der Intendant Daniel Kühnel. Viele Musiker können jetzt auch nicht mehr spielen – auch privat nicht mehr. Weil es wehtut. Wir alle sollten zur Zeit auf unsere Mitmenschen besonders ...

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