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Erfolg im Skirennen

Pius Berger: Mit bis zu 80 Sachen den Hang hinab

  • Pius Berger, Klasse R8a, Schulzentrum Oberes Elztal (Elzach)

  • Do, 28. April 2022, 16:25 Uhr
    Schülertexte

     

Nachwuchsskirennläufer Pius Burger berichtet über seine Saison im Schwarzwald. Und gewährt in seinem Artikel einen Einblick in seine Sportkarriere – die Höhen, Tiefen und den Aufwand.

Pius Burger in Aktion bei seinem Rennen in Garmisch-Patenkirchen  | Foto: Cornelia und Paul Schmidt
Pius Burger in Aktion bei seinem Rennen in Garmisch-Patenkirchen Foto: Cornelia und Paul Schmidt
Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde von einer Schülerin, einem Schüler im Rahmen des BZ-Projektes Zeitung in der Schule recherchiert und geschrieben.

Pius Burger vom Skiclub Elzach ist ein erfolgreicher Skirennläufer. Im Februar gewann er den Schüler-Landesmeistertitel in der Gruppe der U14 und im März gewann er das Finale des Deutschen Schülercups (DSC) in der Altersklasse U14 in Garmisch-Partenkirchen. Als Zischup-Reporter der Klasse R8a vom Schulzentrum Oberes Elztal in Elzach berichtet er über seine Skisaison:

Die Skisaison 2021/2022 begann am Anfang der vergangenen Sommerferien. Es standen zunächst Hallenlehrgänge auf dem Plan. Diese waren in der Skihalle "Snowworld" in Holland. Mit mehreren Kleinbussen fuhren die Nachwuchsathleten mit ihren Trainern los, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Da es in einer Skihalle keine langen und steilen Pisten gibt, kann nur Slalom trainiert werden. Im Slalom sind es kleine Torabstände von neun bis zwölf Metern mit einzeln stehenden, versetzten Kippstangen.

Training in der Halle

Das Trainingsprogramm in der Skihalle sieht folgendermaßen aus: Der Tag beginnt bereits um sechs Uhr, denn ab 6.30 Uhr gibt es gemeinsames Frühstück für die Rennläufer und Trainer. Das Training in der Skihalle beginnt dann ab sieben Uhr in zweistündigem Rhythmus mit den Pausen. Dann ist die nächste Einheit um elf Uhr bis 13 Uhr. Das Mittagessen ist ab 13.30 Uhr, damit es mit der dritten Trainingseinheit von 15 bis 17 Uhr weitergehen kann. Abendessen ist um 18 Uhr mit anschließender Freizeit oder Lernstunden und ab 21.30 Uhr ist Bettruhe. Im Normalfall gehen die Lehrgänge mit diesem Programm über drei Tage, beginnend am Donnerstag nach der Schule. Sonntags ist dann nur noch bis 13 Uhr Training, danach ist die Abreise.

Zwischen den Lehrgängen fanden regelmäßige Konditionstrainings in Freiburg oder, je nach Möglichkeit, auch mal mehrtägig auf dem Olympiastützpunkt Herzogenhorn auf dem Feldberg statt. Außerdem bekamen wir vom Trainer immer wieder Aufgaben und Trainings gestellt, die man zu Hause absolvieren konnte. Individuell werden jedem Sportler seine Stärken und Schwächen aufgezeigt, die in den Konditionstests erkannt werden, welche in zeitlichen Abständen zwischen den Trainings stattfanden. Diese wurden im Olympiastützpunkt in Freiburg auf dem Gelände und in der Halle abgehalten.
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Zwei Wochen vor den Herbstferien fanden dann die ersten Lehrgänge auf den Gletschern statt. In der Altersklasse U14 (unter 14) fuhren in der vergangenen Saison die Jahrgänge 2008 und 2009. Die Gletscherlehrgänge waren im Kaunertal, in Hintertux und in Sölden, wo dann überwiegend Riesenslalom trainiert wurde, da dies in der Halle wegen der Geschwindigkeiten und der Torabstände nicht möglich war. Beim Riesenslalom fährt man mit Geschwindigkeiten von 50 bis 80 Kilometer pro Stunde um Flaggentore mit größeren Radien.

Nun berichte ich aus meiner Sicht als Rennläufer zur fast vergangenen Saison und dem Winter 2021/2022. Der Herbstlehrgang ist immer etwas Besonderes, da wir einfach mehr Zeit, auch freie Zeit, haben und ein großes Team aus Trainern, Eltern und Rennläufern mit dabei ist. Früher mit dem Verein waren wir noch im Pitztal, allerdings ging es dann in den letzten Jahren in den Herbstferien immer mehr in Richtung Sölden. Ab November 2021 ging es im 14-tägigen Rhythmus weiter mit dem Training auf den Gletschern in Österreich.

Anfang Dezember stand dann auch schon das erste Rennen an. Dies war in Adelboden (Schweiz), welches aber kein offizielles Rennen unserer Kategorie war. Wir nutzten dieses Rennen nur, um uns auf den offiziellen Rennstart im Januar vorzubereiten, um uns auszuprobieren und unseren Leistungsstand zu testen.

Das erste Rennen der Saison

Das erste Rennen, welches im Rennkalender des Verbandes stand, fand auf Landesebene (Baden-Württemberg) statt. Dieses lief aus unserer Sicht nicht so gut, und wir mussten zugeben, dass wir noch nicht am Ziel waren, welches wir uns vorgenommen hatten. Anfang Januar war der erste DSC (Deutsche Schüler-Cup). Meine Covid-Erkrankung war zum Glück nach dem siebten Tag überstanden, so dass ich noch rechtzeitig zu diesem Rennen fit war. Das Gefühl, wenn man oben am Start steht und weiß, dass man gleich fahren muss und der Druck steigt, ist aufregend und spannend zu gleich. Denn man weiß auch, dass man so ein Rennen nur dreimal im Jahr hat. Aber mit einer guten Startvorbereitung kann man diese Situation und diese Anspannung verarbeiten.

So brachte ich den ersten Lauf solide runter, aber mit vorerst Rang 13 wusste ich, dass noch mehr geht. Im zweiten Lauf konnte ich das Ergebnis noch verbessern und wurde dann schließlich noch Achter.

Dann, eine Woche später, bei der baden-württembergischen Meisterschaft im Allgäu, ging es mit der Leistungskurve nach oben. An diesem Rennwochenende im Allgäu konnte ich zwei von drei Rennen für mich entscheiden. Eine Woche darauf stand der Leki-Pokal am Feldberg an. Hier konnte ich im Slalom den Titel gewinnen. Deshalb bin ich vielleicht zu übermotiviert in den nächsten DSC rein und konnte im Riesenslalom dennoch eine gute Platzierung mit Rang neun erreichen. Es ist immer alles möglich – von sehr gut bis zum Ausfall durch Sturz, Fahrfehler, Einfädler oder Torfehler.

Viel Organisation und viele Autofahrten

Ich versuchte immer, unter der Woche bei den Trainings auf dem Feldberg an mindestens ein bis zwei Tagen zu trainieren. Hier habe ich die Möglichkeit, mit dem Trainer ab Freiburg hochzufahren. Für meine Eltern bedeutet das viel Organisation und Zeit, um mich zum Training zu fahren. Durch meinen Cousin, der auch im Team ist, können wir uns zumindest abwechseln. Dann ging es so langsam dem Rennsaison-Ende, aber auch dem Höhepunkt entgegen. Einen Monat später stand der nächste DSC an. Dies war das DSC-Finale, hierfür musste man sich qualifizieren mit einer bestimmten Rennpunktezahl.



Am ersten Tag, am Samstag beim Riesenslalom auf der Teilstrecke der Kandahar, konnte ich mich bereits mit dem dritten Platz für die Deutsche Schülermeisterschaft der älteren Altersgruppe qualifizieren. Am nächsten Tag im Slalom auf der Weltcupstrecke am Gudiberg, wo es ansonsten weit und breit keinen Schnee mehr hatte und nur noch eine weiße Schneise neben der Skisprungschanze in Garmisch zu sehen war, konnte ich im ersten Lauf mit 16 Hundertstelsekunden in Führung gehen. Somit war ich Führender nach dem ersten Durchgang, eine neue Situation und Position für mich in diesem nationalen Wettbewerb. Im zweiten Lauf konnte ich diesen geringen Vorsprung halten, behielt die Nerven und erreichte mit der Endbestzeit der Jungs den Sieg und schaffte es, meinen ersten DSC zu gewinnen. Das war ein überragendes Gefühl.

Das hieß für mich, dass die Saison noch nicht zu Ende war und ich am darauffolgenden Wochenende zur Deutschen Schülermeisterschaft U16 nach Berchtesgaden fuhr. Ein weiteres Highlight und Ziel folgt mit der Reise nach Italien (Abetone) wo ich bei einem internationalen Rennen, vom DSV nominiert, mitfahren darf. Jetzt hoffe ich, euch hiermit einen kleinen Eindruck in den Alltag eines Rennläufers beziehungsweise einer Rennsaison verschafft zu haben.

Ressort: Schülertexte

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Fr, 29. April 2022: PDF-Version herunterladen

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