Kunzenhof

Planungsbüro "Sutter 3 KG" bezieht ein Bürohaus ganz aus Holz

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Di, 08. Oktober 2019 um 15:28 Uhr

Littenweiler

Das neue Zuhause besteht aus Tannen, Kiefern, Fichten und Lärchen: Das Planungsbüro "Sutter 3 KG" ist nach Littenweiler gezogen – in einen markanten Holzbau aus heimischen Hölzern.

Wo einst im Kunzenhof eine baufällige Gewerbehalle stand, hat die " Sutter 3 KG" jetzt für 1,85 Millionen Euro einen markanten, zweigeschossigen Holzbau hingestellt – aus einheimischen Hölzern, barrierefrei und einer Photovoltaikanlage für 80 Prozent der im Büroalltag benötigten Energie. Der Clou: die Fassade, für die Weißtannen aus dem Attental verbaut wurden – und zwar die normalerweise zu Pellets verarbeiteten Schwartenbretter, also Bretter mit Rinde. "Wir haben die gesamten Bäume verarbeitet, nicht nur schöne Teile", sagt Willi Sutter, Gründer und einer der vier Chefs. "Die Hülle des Stammes ist auch die Hülle des Gebäudes."

Arbeitsplatz für 23 Menschen

Willi Sutter ist bekannt, nicht nur in der Branche. Er hat sich mit dem Unternehmen " Sutter 3 KG" auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert und baut nebenbei mit der Genossenschaft Bogenständig Wohnungen für Menschen am Rand der Gesellschaft. " Sutter 3 KG" hat den Farrenstall in Waltershofen und die Alte Schule in Haslach umgebaut, richtet das Berghaus auf dem Schauinsland her, errichtet in Weingarten ein achtstöckiges Holzhaus und restauriert und saniert zwischen Lörrach und Offenburg altehrwürdige Gebäude wie die Rainhofscheune in Kirchzarten-Burg oder die Goldene Krone in St. Märgen. Mit der Schauinslandbahn ging’s hoch hinaus: Für die Freiburger Verkehrs-AG hat die " Sutter 3 KG" das Restaurant der Bergstation neu gestaltet. Die Sanierung alter Gebäude ist zum Alleinstellungsmerkmal geworden – Werbung muss das Unternehmen keine mehr machen.

Nun ist das Planungsbüro von Kirchzarten in den Freiburger Osten umgezogen. Im Dreisamtal waren die Mitarbeiter auf drei Büros in einem Gebäudekomplex verteilt, alles war umständlich. Als die Gesellschaft das Gelände für 430 000 Euro kaufen konnte, habe man nicht lange überlegt, sagt Axel Bürk, einer der Geschäftsführer.

Ein Jahr Vorlauf, acht Monate Bauzeit und viel gemeinsame Planung – nun sind die Arbeitsplätze für 23 Menschen fertig, schlicht, hell, modern und dennoch warm. Holz ist hier überall: Holzwolleplatten für Wände, Seekiefer als einfaches Material für die Büroeinrichtung, Fichte und Tanne für Wände und Decken, Lärche für Fenster – "wir zeigen, was es für Materialien gibt", sagt Bürk.

Auf dem Dach steht eine Photovoltaikanlage

Für Energie sorgt eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach. Sie liefert rund 30 000 Kilowattstunden pro Jahr, was den Energiebedarf – Heizwärme, Warmwasser, Strom für Computer und die Ladestationen der vier E-Autos – voraussichtlich zu 80 Prozent deckt. Tagsüber wird der Strom verbraucht, der auch tagsüber produziert wird, der Wochenendstrom wird in einem Batteriespeicher gespeichert.

"Uns gefällt das Haus sehr gut", sagt Willi Sutter, "aber da gibt es geteilte Meinungen." Die wie ungehobelt wirkende Fassade ist vielleicht gewöhnungsbedürftig – die, die drin arbeiten, fühlen sich wohl. "Es ist kein Stadthaus, sondern ein Arbeitsgebäude, das sollte man sehen", so Sutter. Am Freitag kann sich jeder selbst ein Bild davon machen.
Tag der offenen Tür am Freitag, 11. Oktober 2019, von 14 bis 17 Uhr im Kunzenhof 18 mit der Präsentation von Projekten, Führungen und kleiner Handwerkerausstellung