Plattform für Flechtwaren

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 12. April 2019

Sulzburg

Touristik-, Kultur- und Gewerbeverein Sulzburg richtet am Samstag ersten Flechtermarkt aus.

SULZBURG-LAUFEN. Erstmals organisiert der Touristik-, Kultur- und Gewerbeverein einen Flechtermarkt. Am Samstag, 13. April, treffen sich dazu mehrere ausgebildete Korbflechter bei der Altenberghalle in Laufen. Dabei haben sie eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen, teils künstlerisch gestalteten Korbwaren. Doch noch viel wichtiger ist: Die Besucher können die Korbflechter bei deren Arbeit beobachten und mit ihnen auch ins Gespräch kommen.

"Es gibt so viele alte, historische Darstellungen, auf denen Körbe und andere Flechterarbeiten zu sehen sind", erzählt Gabriele Hotz vom Touristik-, Kultur- und Gewerbeverein. Als ausgebildete Lehrerin für Erziehungshilfe macht sie ihren Schützlingen kreative Angebote. Dazu gehören auch Weidehütten, die sie mit den Kindern und Jugendlichen zusammenbaut. Die Flechttechnik hat die kreative Sulzburger Lehrerin, die schon andere Projekte in Sulzburg ins Leben gerufen hat, in ihren Bann gezogen. "Ich habe schon in anderen Orten und Regionen entsprechende Märkte besucht", erzählt sie. Und weil Körbe in der Vergangenheit, beispielsweise im Markgräfler Weinbau, eine Rolle spielten und deshalb auch immer wieder ein Motiv in Ölgemälden etwa des bekannten Künstlers Adolf Riedlin waren, hatte Gabriele Hotz die Idee, eine Plattform für Flechtwaren zu initiieren. "Natürlich werden die Produkte auch angeboten. Viel wichtiger ist es aber, die Vielseitigkeit dieser Handwerkskunst einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen."

Hier engagiert sich der gelernte Korbflechter Daniel Schenk aus Niederweiler, der zu diesem Flechtermarkt bei der Altenberghalle in Laufen am kommenden Samstag einige Kollegen mitbringen wird. Ideal ist, dass der Flechtermarkt am Samstag zeitgleich mit dem Frühlingsfest der benachbarten Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin stattfindet (sie nebenstehenden Bericht). "Wir wollen die Vielseitigkeit auch mit Workshops untermauern", so Daniel Schenk. Dabei ist auch Clara Walter, eine angehende Flechtwerkgestalterin wie der Ausbildungsberuf des Korbflechters nun neudeutsch heißt. Heute ist das Flechthandwerk als immaterielles Kulturerbe bei der Unesco eingetragen und gilt als ein sehenswertes Traditionshandwerk. Entdeckt wurde Schenk von Gabriele Hotz bei der Landesgartenschau in Kehl vor einigen Jahren.

Der Flechtermarkt findet morgen, Samstag, 13. April, 10 bis 18 Uhr, statt. Ein Workshop mit dem Titel "Rasseltechnik" beginnt um 11.30 Uhr, dauert zwei Stunden und kostet 25 Euro. Es sind weder Vorkenntnisse noch eine Anmeldung notwendig. Um 15.30 Uhr beginnt der nächste Workshop, bei dem Linsenkörbchen geflochten werden. Dieser Workshop eignet sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, dauert eine Stunde und kostet zehn Euro. Ferner gibt es Flechtvorführungen.