Corona

Polizei durchsucht Staufener Arztpraxis wegen fragwürdiger Maskenatteste

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 23. Januar 2021 um 13:19 Uhr

Staufen

Die Praxis eines Mediziners in Staufen ist polizeilich durchsucht worden. Der Verdacht: Er soll falsche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben. Die Polizei ermittelt.

Die Durchsuchung einer Praxis in Staufen wird von der Polizei auf Anfrage der BZ am Samstag bestätigt. Anlass waren mutmaßlich unrichtige Gesundheitszeugnisse, sagte Thomas Müller zum Anfangsverdacht. Weitere Angaben machte der Leiter des zuständigen Reviers in Müllheim zum Einsatz am Freitag nicht: "Es ist ein laufendes Ermittlungsverfahren."

Der Mediziner selbst wollte gegenüber der BZ keine Auskunft geben. Er trat in den vergangenen Monaten als Redner bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik auf, unter anderem in Müllheim und bei "Querdenken" in Freiburg.

Grundsätzlich ist das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse wider besseres Wissen strafbar (Paragraf 278 des Strafgesetzbuches). Dies kann mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet werden. Auch wer falsche Atteste nutzt, dem drohen Geldstrafe bis hin zu einem Jahr Freiheitsstrafe (Paragraf 279 StGB).

In der Region hatte zuletzt ein Schopfheimer Mediziner Schlagzeilen gemacht, der Maskenverweigerern als Anlaufstelle diente. Mathias Poland selbst bestritt, dass er Atteste ohne gesundheitlichen Grund ausstelle.