Antisemitismus

Polizei ermittelt wegen eines rechtsextremen Schriftzugs am Denzlinger Bahnhof

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Fr, 18. Oktober 2019 um 12:52 Uhr

Denzlingen

"Juden töten ist geil – danke an Halle 2019", kritzelte ein Unbekannter auf eine Wand am Bahnhof. Die Bahn ließ den Schriftzug entfernen und die Bundespolizei ermittelt wegen Volksverhetzung.

Ein oder mehrere Unbekannte haben den Satz "Juden töten ist geil – danke an Halle 2019" auf die Rückwand der Treppe zur Unterführung am Bahnhof in Denzlingen geschrieben. Dazu wurde ein Hakenkreuz gemalt. Der Schriftzug war klein gehalten und nur aus der Nähe lesbar.

Reisender machte Vorfall publik

Ein Reisender fotografierte die Schmiererei und meldete dies der BZ, der Gemeinde und der Freiburger Polizei. Diese habe den Vorfall an die Bundespolizei in Weil am Rhein weitergeleitet, die für Straftaten an Bahnhöfen zuständig ist, wie Pressesprecher Walter Roth sagte. Die Bundespolizei werde nun ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Volksverhetzung einleiten, sagte deren Sprecherin Katharina Keßler. Wie die Ermittlungen genau verlaufen werden, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

"Die Formulierung ragt sicherlich negativ heraus, ist aber nicht einmalig." Walter Roth, Polizei
Die Gemeinde Denzlingen informierte umgehend die Bahn, die die Schmiererei am Mittwoch entfernen ließ, wie ein Bahnsprecher in Stuttgart bestätigte. Rechtsgerichtete Schmierereien hat es laut Roth im Raum Denzlingen/Emmendingen in der Vergangenheit immer wieder gegeben. "Die Formulierung ragt sicherlich negativ heraus, ist aber nicht einmalig", so Roth.

Keine Häufung solcher Straftaten

Im Mai sprühten Unbekannte Hakenkreuze, das SS-Zeichen und den Namen Adolf Hitler an eine Unterführung der B 3 bei Denzlingen. Eine "auffallende Häufung" sei aber nicht festzustellen. Auch rechtsextreme Netzwerke seien dem Staatsschutz im Raum Emmendingen nicht bekannt. Dass der Schriftzug recht klein war, ändere aber nichts am Straftatbestand der Volksverhetzung und der Sachbeschädigung.

Wer auf solche Schmierereien aufmerksam werde, soll diese der Polizei melden, sagte Roth. Auch wenn die Erfolgsaussichten, einen Täter zu schnappen, gering seien, würden alle "vorhandenen Spuren durch kriminaltechnische Maßnahmen gesichert".

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